Schleuse

Erneute Panne: Radweg zu schmal

Geesthacht. Erst wurden 28 Linden am Kanal wegen Pfusch beim Bau abgeholzt, nun das: Der neue kombinierte Geh- und Radweg, der jetzt am oberen Schleusenkanal und entlang der Schleuse neu gebaut wird, weist nicht die gesetzlich geforderte Mindestbreite auf.

Solche Wege müssen mindestens 2,50 Meter breit sein, um ausreichend Platz zu bieten. Doch der rot gepflasterte Weg misst nur rund die Hälfte der vorgeschriebenen Breite. Dabei handelt es sich ausgerechnet um einen der beliebtesten deutschen Radwege überhaupt - den Elberadwanderweg.

Wie berichtet, wird der Geh- und Radweg im Zuge des Baus der Hochwasserschutzanlage neu angelegt. In der Folge des Radwegebaus in Höhe Heuweg mussten sogar schon 28 Linden am Straßenrand gefällt werden, weil die beauftragte Baufirma eigenmächtig statt auf eine Ausschachtung per Hand für den tragfähigen Unterbau auf den Einsatz von Baggern und Radladern gesetzt hatte. Dadurch wurden die Wurzeln der Linden gekappt, die Bäume mussten anschließend wegen mangelnder Standsicherheit vorsorglich umgelegt werden.

Der Geh- und Radweg wird auf der Südseite der Straße "Am Schleusenkanal" zwischen dem Betriebshof des Wasser- und Schifffahrtsamtes und der Brücke der Bundesstraße 404 neu angelegt. Dennoch lässt ihn die Stadt nicht gleich auf das nötige Maß bringen. Warum die Stadt so handelt, ist unklar. Auch fünf Tage, nachdem unsere Redaktion eine entsprechende Anfrage zu dem Thema an die Verwaltung gerichtet hatte, gab es darauf keine Antwort - obwohl Bürgermeister Volker Manow eine Stellungnahme an unsere Zeitung durch den Fachbereich Bauen und Umwelt noch für vergangenen Freitag zugesichert hatte.

So ist der nagelneue Geh- und Radweg schon vor seiner offiziellen Freigabe ein unnötig erzeugter Gefahrenpunkt auf dem in Geesthacht sowieso mehr schlecht als recht ausgebauten Elberadwanderweg. Und das, obwohl gerade ein Verkehrsplaner der Politik und Verwaltung empfohlen hatte, pro Jahr und Einwohner künftig zehn Euro in die verbesserte Infrastruktur für Radfahrer zu investieren. Mit diesen 300 000 Euro jährlich ließe sich viel Positives erzeugen, hatte es geheißen.

Unklar ist auch, wie auf dem schmalen Geh- und Radweg in Zukunft der nötige Winterdienst erfolgen soll. Dafür ist die Stadt in diesem Bereich zuständig - doch die städtischen Streufahrzeuge sind breiter als der Weg. Und auf der Strecke sind selbst im Winter regelmäßig Radfahrer unterwegs.