Kriminalitätsbekämpfung

Polizei bündelt ihre Kräfte

Geesthacht. Bei Diebstählen ermittelte die Schutzpolizei, Raub war Sache der Kripo. Seit Jahrzehnten lag die Aufklärung von Straftaten in unterschiedlichen Händen - jetzt startet die Polizeidirektion Ratzeburg einen Versuch und hat ihre Ermittler gebündelt:

Ab sofort arbeiten auch in Geesthacht die Ermittler von Schutz- und Kriminalpolizei unter Federführung der Kripo. "Es ist noch nicht abzuschätzen, was es bringt. Aber die Kriminalitätsbekämpfung aus einer Hand ist sinnvoller als die übliche Trennung", sagt Thomas Specht, der Chef der Schutzpolizei mit 40 Beamten. Sein Kollege, Kripochef Jürgen Alfke, stimmt zu: "Früher gab es in unserer Arbeit Nahtstellen wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten, jetzt müsste es besser gehen."

Bisher waren fünf Schutzpolizisten in Uniform unter anderem für die Ermittlungen bei Laden- oder Fahrraddiebstahl, Beleidigung, Sachbeschädigung oder Nötigung zuständig. Die schwereren Straftaten wurden dagegen von Kriminalpolizisten bearbeitet. "Künftig werden bei uns alle Ermittler alles bearbeiten", sagt Alfke. Das hat vor allem den Vorteil, dass Kriminelle, die beispielsweise einen Ladendiebstahl begangen haben und anschließend auch wegen eines Raubdelikts aufgefallen sind, aus einer Hand betreut werden. "Bisher waren die Zuständigkeiten dafür klar getrennt und Absprachen nicht immer ganz einfach. Da ist es vorgekommen, dass so ein Verdächtiger erst Besuch von der Schutzpolizei und kurz darauf von der Kripo bekommen hat", erklärt Specht. Er geht davon aus, dass die "geballte Betreuung" künftig bei den "Kunden" der Polizei Eindruck hinterlassen könnte und die Arbeit erfolgreiche Signale setzen wird.

Für Bürger, die wegen einer Anzeige oder Aussage zur Polizei müssen, ändert sich hingegen nicht viel. Außer, dass alle Ermittler künftig im ersten Stockwerk der Wache neben dem Rathaus auf der Etage der Kripo sitzen.

Über mehr Personal können sich unterdessen weder Alfke noch Specht freuen. Während die Schutzpolizei fünf Mitarbeiter an die Kripo ausgeliehen hat, gibt es dort gerade einmal eine Stelle mehr als vorher. Hintergrund: Geesthacht Kripo musste im Zuge einer Reform vier Beamte abgeben. Wie viele Kollegen er jetzt insgesamt einsetzen kann, darüber schweigt Alfke. Etwa 4000 Fälle pro Jahr werden von den Beamten in Geesthacht bearbeitet.