Flottbeker Stieg

22 Wohnungen für Senioren mit hohem Standard

Geesthacht. Seit fast genau einem Jahr arbeiten die Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Annington und der Ortsverein des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zusammen an einem Projekt, das mit "Seniorenfreundliches Wohnen" überschrieben ist.

Im Hochhaus am Flottbeker Stieg 1 sollen 63 Wohnungen zu barrierearmen, beziehungsweise barrierefreien Wohnungen umgebaut werden. 22 sind jetzt fertig renoviert, die ersten Mieter bereits eingezogen. Am Sonnabend hatten Annington und ASB zum Info-Tag geladen. Der erhoffte Andrang blieb allerdings aus.

Eine Gruppe vom Seniorenbeirat aber war gekommen, hatte dieser doch im November 2011 Alarm geschlagen. "Uns fehlen rund 200 Wohnungen für ältere Menschen, bezahlbar und barrierefrei", hatte Klaus Radzuweit, der Vorsitzende des Seniorenbeirats damals an die Mitglieder im Sozialausschuss appelliert.

Die ersten sind nun am Flottbeker Stieg entstanden. "Nach und nach möchten wir hier auch weitere Wohnungen seniorengerecht gestalten", sagt Wiebke Seebach, die bei der Annington für das Gebäude verantwortlich ist." "Zunächst bieten wir 22 Parteien, wahlweise als Ein-, Zwei- oder Drei-Zimmerwohnung, an. Da viele Senioren alleinstehend sind, ist die Nachfrage nach kleineren Wohnungen groß." Die Gesamtmiete für die Wohnungen liegt zwischen 409 und 762 Euro.

Die Einrichtung des am nördlichen Stadt- und Waldrand stehenden Hauses bietet vieles, was das Leben in den eigenen vier Wänden auch im hohen Alter möglich macht. Das beginnt vor dem Haus: Eine geräumige Rampe erleichtert es, das Haus mit dem Rollstuhl problemlos zu erreichen. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum und das neue ASB-Stadtteilbüro, von dem aus schon bald ein Senioren- und Pflegeservice koordiniert wird. "Davon können die Bewohner nur profitieren. Wir planen, neben Sprechstunden und Beratung, auch Stadtfahrten und Ausflüge nach Hamburg oder an die Ostsee", sagt ASB-Kreisgeschäftsführer Sven Minge.

Alle Seniorenwohnungen sind schwellenarm bis schwellenlos gebaut, mit Einbauküchen, die Badezimmer mit bodenebenen Duschecken und unterfahrbaren Waschbecken ausgestattet. "In den obersten Stockwerken reicht der Ausblick bis zur Elbe und Niedersachsen", sagt Minge.

Der nächste Schritt ist die Umrüstung der Fahrstühle. "Ein Rollstuhlfahrer kann unmöglich eine Tür ziehen, um einsteigen zu können. So werden wir die Fahrstuhlkabinen vergrößern und mit automatisch öffnenden Falttüren ausstatten." Auch diese kostspielige Maßnahme wird mit Zuschüssen unterstützt. Insgesamt 30 000 Euro steuerten bis dato die Stiftung Annington, der ASB-Landesverband und die Stadt Geesthacht bei.

Sven Minge: "Ich glaube schon, dass wir hier ein Projekt erfolgreich und nach Zeitplan umsetzen. Gerade, weil es hier ums Wohlergehen von älteren Menschen geht, von denen es rein demografisch gesehen immer mehr gibt, ist das eine feine Sache. Der ASB wird hier auf alle Fälle die Hand auf den Puls halten und sich um die Geborgenheit der Bewohner vom Flottbeker Stieg 1 kümmern." Bleibt zu hoffen, dass auch die Annington ein besonderes Auge auf das Haus hat - und Senioren nicht zum Beispiel unter Heizungsausfall zu leiden haben, wie jüngst andere Geesthachter Annington-Mieter (wir berichteten). Immerhin: Die Annington überlegt, einen Hausmeister nur für das Gebäude einzustellen und will regelmäßig Sprechstunden am Flottbeker Stieg anbieten.