Therapieräume

Anker muss Räume aufgeben

Geesthacht (kl). Dreimal in der Woche haben sie sich im Besucherclub getroffen, gemeinsam gespielt, miteinander geredet und gekocht. Nun müssen sie umziehen - und mit weniger Platz auskommen.

Die Rede ist von Menschen mit seelischen Erkrankungen und ihren ehrenamtlichen Betreuerinnen vom Verein Anker. Weil das Land weitere Zuschüsse kürzen will, gibt der Verein seine Räume am Markt 5-7 auf. "Wir haben der Stadt zum 31. Dezember gekündigt", sagt Geschäftsführer Oliver Lietzke.

Die fünf Besucherclubs im Kreis - neben Geesthacht in Lauenburg, Schwarzenbek, Mölln und Ratzeburg - werden als "offene Hilfen im sozialpsychiatrischen Bereich" durch das Land Schleswig-Holstein, aber auch durch Städte und Eigenmittel des Vereins finanziert. "In den vergangenen zehn Jahren sind die Landesmittel schon um mehr als 25 Prozent gekürzt worden. Und für 2013 ist noch einmal eine Kürzung von 25 Prozent zu erwarten", so Lietzke. Nun müsse gespart werden - und die Miete in Geesthacht mache den größten Teil der Fixkosten aus. Trotz der jahrelangen finanziellen Unterstützung durch die Stadt müsse der Besucherclub am Markt darum aufgegeben werden.

Lietzke: "Wir prüfen zurzeit, ob künftig Räume in einer teilstationären Wohngruppe am Wandsbeker Ring genutzt werden könnten. Dort gibt es aber deutlich weniger Platz."