Seltener Nachwuchs

Diese drei halten ihre Mama auf Trab

Geesthacht. Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt liegt unter zwei Prozent, für Drillinge ist sie um ein Vielfaches geringer. Weder in der Familie von Tanja Giese noch in der von ihrem Mann Ronny gab es jemals Mehrlingsgeburten.

Doch das war Danny, Tyler und Ricco offenbar egal. Fröhlich strampelnd liegen die Brüder heute in der Wohnstube des Ehepaares auf ihren Spieldecken. Die Jungs sind am 2. Februar geboren (wir berichteten), und sind jetzt am Heuweg zu Hause.

Große tiefblaue Augen, ein Flaum brauner Haare auf dem ovalen Köpfchen und eine Stupsnase - drei Jungen, ein Gesicht. Doch Mama Giese weiß genau, wie sie ihre Schützlinge auseinander hält. "Danny und Tyler sind eineiig, Ricco ein zweieiiger Drilling, daher sieht er ein wenig anders aus", sagt die 28-Jährige. Und Tyler sei zudem ein bisschen zierlicher als Danny. Zur Sicherheit haben aber alle drei einen Schnuller mit Namensbändchen - die tauschen die Jungen allerdings gern mal hin und her.

Tanja Giese hat sich an die ungewöhnliche neue Lebenssituation gewöhnt, ist mit ihren Söhnen die Ruhe in Person. Einer nach dem anderen wird betüddelt - und wenn sie fertig ist, geht es von vorn los. "Wir wollten sowieso mehrere Kinder", erzählt sie. Allerdings eigentlich nicht auf einmal. Denn das bringt allerhand mit sich: "Wenn ich einkaufen gehe oder mit den Kleinen zum Arzt, muss ich den Weg genau vorplanen", erzählt sie. Lässt sich das Auto so parken, dass der große Spezialkinderwagen problemlos rein und raus kommt? Passt der Kinderwagen in die Fahrstühle, die auf dem Weg liegen? Gibt es überhaupt Fahrstühle? Außerdem muss Tanja Giese Zeit für Gespräche einplanen, denn es vergehen kaum fünf Minuten, in denen sie nicht von Passanten auf ihre Kinder angesprochen wird. "Es ist total süß, dass die Menschen so interessiert sind, aber manchmal erzähle ich so mehrmals am Tag meine halbe Lebensgeschichte."

Doch nicht nur unterwegs, sondern auch daheim ist Organisationstalent gefragt. Ab 7.30 Uhr heißt es umziehen, wickeln, waschen, Fläschchen geben. Da ist Tanja Giese leicht über eine Stunde beschäftigt. "Doch eine echte Herausforderung ist der Brei zum Mittag", schmunzelt die junge Mutter. Erst wenn die Kleinen abends um 19 Uhr zu Bett gehen, hat Tanja Giese etwas Zeit. Dann kocht sie meist für ihren Mann. Ronny Giese (33) ist Gerüstbauer und hat für abends noch einen zweiten Job angenommen. Denn Drillinge sind trotz anfänglicher staatlicher Hilfen (300 Euro pro Jahr und Mehrling) teuer, allein eine Packung Milchpulver (hält zwei Tage) kostet etwa sieben Euro. Deshalb freut sich Tanja Giese, wenn jemand Spielzeug abzugeben hat. Er kann sich unter familiegiese@hotmail.de melden.