Projekt

500 Gläser selbst gemachte Marmelade gesucht!

Geesthacht (gb). Die Idee entstand in der evangelischen Kirchengemeinde Düneberg bereits im Sommer. Pastor Thomas A. Heisel, der sechs Jahre lang in Indonesien lebte und dessen Frau aus dem Inselstaat kommt, berichtete über Kinder, die auf der Insel Nias zur Arbeit gezwungen werden.

Die Geschichte eines Jungen, der tagtäglich von Sonnenaufgang bis zum Abend Steine klopft und diese zur Sammelstelle schleppt, damit er seine Familie ernähren kann, scheint fast unvorstellbar. "Dabei ist dieser Junge nur einer von Tausenden", sagt Pastor Heisel - und ruft die Geesthachter zu einer Hilfsaktion auf. "500 Gläser Marmelade für Kinder in Indonesien" heißt das Projekt der Düneberger Kirchengemeinde.

Heisel: "Wir wünschen uns, dass in möglichst vielen Haushalten Marmeladen nach eigenen, geheimnisvollen, würzigen Rezepten eingekocht, in etikettierte Gläser abgefüllt und mit einem dekorativen Tuch verziert werden." Als Beigabe angehängt, gibt es eine Erklärung zum Projekt. Denn die Gläser sollen bis Anfang 2013 zum Verkauf angeboten werden - im Gemeindebüro, nach Gottesdiensten und Veranstaltungen, im "AllerWeltsLaden", in der Kirche, beim Seniorenkreis oder in der Kindertagesstätte "Arche Noah". Ein Glas Marmelade soll zwei Euro kosten. Der Reinerlös kommt in vollem Umfang den Kindern auf Nias zugute.

Viele von ihnen helfen im Haushalt fremder Familien, sammeln Müll oder schuften in Steinbrüchen oder auf Gummibaumplantagen. "Für die kleinen Körper ist die Arbeit viel zu schwer. Die Zahl der Kinder, die zur Schule gehen, ist erschreckend gering. Kinderrechte werden auf Nias schlichtweg missachtet - hier müssen wir dringend helfen", sagt Pastor Heisel. Die Kindernothilfe arbeitet auf der Insel mit der erfahrenen Kinderrechtsorganisation PKPA zusammen. In Lernzentren der Kindernothilfe können ehemalige Kinderarbeiter Schulunterricht genießen.

Pastor Heisel: "Wir haben bereits 844 Euro gesammelt. Unser Ziel ist es, mit dem Marmeladen-Verkauf noch einmal 1000 Euro zu erwirtschaften, damit wir Ende des Jahres 2000 Euro überweisen können. Auch Spenden sind willkommen, Infos im Kirchenbüro am Neuen Krug 4, Telefon (0 41 52) 24 51.