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Schatzsuche - spannend wie ein Kriminalroman

Die Himmelsscheibe von Nebra liegt heute sicher verwahrt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Sachsen-Anhalt). Doch der Weg des wertvollen Exponats in die gepanzerte Vitrine mutet an wie ein Krimi: So stocherten zwei mittlerweile verurteilte Raubgräber ab 4. Juli 1999 im harten Boden des Mittelbergs bei Nebra in Sachsen-Anhalt herum. Ihr Metalldetektor schlug an - und schon wenige Zentimeter unter der Oberfläche trafen die Schatzsucher mit ihrer Hacke auf etwas Hartes. Das Werkzeug hatte direkt den Rand der Scheibe getroffen, der Schaden ist noch heute erkennbar. Wenig professionell legten die Männer die Scheibe frei und entdeckten noch zwei Schwerter sowie Armreife im Erdreich. Leider gingen sie wenig vorsichtig vor - und beschädigten die Funde. Unter anderem legten sie die Scheibe für mehrere Tage in Spülmittel ein und versuchten sie mit Stahlwolle zu reinigen.

Der wirkliche Wert des Fundes war den Männern zwar nicht bewusst. Dennoch war ihnen klar, dass die Exponate wertvoll sein müssen - und so hörten sie sich in der Schatzsucher-Szene nach einem Käufer um, den sie schließlich im Rheinland fanden. Er bot 28 000 Mark für die Gegenstände, man war sich einig. Kurz darauf tauchte der Fund im Internet auf, für mittlerweile sechsstellige Summen sollten die Stücke jetzt an Sammler oder Museen verkauft werden. Doch auch in Sachsen-Anhalt wurde man auf die heiße Ware aufmerksam - und schaltete die Polizei ein. Auch das Nachrichtenmagazin "Focus" verfolgte den Verbleib des Fundes mittlerweile. Der Schatz wurde schließlich im Februar 2002 von der Polizei bei einer fingierten Verkaufsaktion in der Schweiz sichergestellt.

Anschließend wurden die Funde restauriert. Die Raubgräber und die Hehler wurden zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt. Die Original-Scheibe ist seitdem im Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt zu sehen.