ÖPNV

City-Ticket hat noch eine Chance

Geesthacht. So kann es gehen: Die Stadt Geesthacht hatte das beliebte City-Ticket für den "Öffentlichen Personen Nah-Verkehr" (ÖPNV) zum 31. Dezember 2012 gekündigt. Zu teuer, so die bisherige Auffassung.

Zuletzt hatte die Stadt 120 000 Euro gezahlt, damit die Geesthachter günstig mit den Bussen Stadtfahrten erledigen konnten. Ab 1. Januar 2013 soll es nun doch weiterhin ein City-Ticket geben - für nur noch 65 000 Euro aus der Stadtkasse. Der Finanzausschuss muss dafür noch abschließend grünes Licht geben.

"Die Fahrgastzahlen sind überdurchschnittlich gut, deshalb konnten wir in Gesprächen mit dem Hamburger Verkehrsverbund diese Reduzierung unseres Zuschusses für die Buslinie erreichen", sagt Peter Junge, Leiter des Fachbereiches Umwelt und Bauen der Stadtverwaltung. Pro Tag nutzen 400 Geesthachter das nur 1,35 Euro teure City-Ticket. Damit ist die Fahrgastzahl viel höher als vermutet, so dass durch die höheren Einnahmen beim Fahrpreis der Anteil der Stadt reduziert werden kann.

Eine Arbeitsgruppe kümmert sich in Geesthacht in regelmäßigen Sitzungen derweil um weitere mögliche Verbesserungen im ÖPNV. Die Fahrt des Busses über Spakenberg und Am Hang ist eines der Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe, das bereits umgesetzt wurde. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem, was die Anbindung des Stadtteils Düneberg angeht. Dort wurde der frühere Halbstundentakt der Linienbusse in einen Stundentakt umgestellt. 71 000 Euro mehr würde es kosten, die Busse alle 30 Minuten fahren zu lassen, wie es Rüdiger Tonn (FDP) fordert. Ärgerlich: Der 120 er-Bus, der aus Hamburg kommend am Elbdeich unterwegs ist, endet in Altengamme. Von dort zum Betriebshof an der Sandstraße fahren die Busse leer. Der Vorschlag der Stadt, diese Busse mit einem finanziellen Kompromiss doch durch Düneberg fahren zu lassen, wurde vom Busunternehmen abgelehnt.

"Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein sind ja leider nicht einmal in der Lage, an den 120 er-Bus 120 und 439 zu schreiben. Die Nummer wird einfach unterwegs geändert", kritisiert Gerhard Boll (Grüne). Das führe oft zu Problemen bei der Orientierung, hat er beobachtet.