Streichung

Abschied von den Seniorenreisen

Geesthacht (kl). Mehrere Tausend Geesthachter dürften in den Jahrzehnten mitgefahren sein, in denen es die Seniorenreisen gab. Doch 2013 ist Schluss mit dieser freiwilligen Leistung der Stadt.

Darüber waren sich die Mitglieder des Sozialausschusses während ihrer Haushaltsberatung einig.

Weil es regelmäßig mehr Anmeldungen als Plätze für die Reisen gab, musste das Los entscheiden. Kein Wunder: Mit nur 140 Euro Eigenanteil für 14 Tage Urlaub in Bad Rothenfelde waren Geesthachter ab 65 Jahren dabei. Viele Kontakte sind entstanden. Doch bei den Politikern wuchsen angesichts sich leerender Kassen die Bedenken: Das Angebot galt für alle - ob arm oder reich. Bereits 2011 wurde der Ansatz für 2012 auf 30 000 Euro halbiert, so dass nur noch eine statt zwei Gruppen fahren konnten. "Es war sicher ein schönes Angebot, aber die Streichung trifft niemanden hart", sagt Helmut Behm vom Fachdienst Soziales.

"Es ist sehr traurig, dass die Seniorenreisen wegfallen. Aber sie waren ein Geschenk der Stadt und Geschenke kann man nicht einfordern", sagt Klaus Radszuweit, Vorsitzender des Seniorenbeirates. Von vielen Senioren hörte er Bedauern darüber, dass es das Angebot künftig nicht mehr gibt: "Schließlich war es eine der beliebtesten Veranstaltungen für unsere Senioren", so Radszuweit. Nicht nur weil der Preis subventioniert war, sondern weil bei den Reisen Menschen aus den unterschiedlichsten Gruppen zusammenkamen, ältere und jüngere, gut betuchte Senioren und solche, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Radszuweit: "Das hat das soziale Leben sehr aufgelockert."

Weitere Empfehlungen des Sozialausschusses an Finanzausschuss und Ratsversammlung für den Etat 2013:

* Für das Frauennachttaxi sollen 3000 Euro mehr bereitgestellt werden. 2012 war der Ansatz von 16 000 Euro auf 11 000 Euro gekürzt worden, Gleichstellungsbeauftragte Jutta Scharnberg-Sarbach hatte daraufhin die Fahrzeiten eingeschränkt. Trotzdem reichte das Geld nicht - nun soll es insgesamt 14 000 Euro geben.

* Abgelehnt ist der Antrag der Alkohol- und Drogenberatung auf Erhöhung der Geesthachter Zuschüsse. 3500 Euro für aufsuchende Jugendarbeit und zusätzlich 3600 Euro für Personalkosten hatte der Leiter Jürgen Eulenpesch sich gewünscht. Es bleibt jedoch bei den bisherigen Zuschüssen: 48 900 Euro für Personalkosten und 1500 Euro für den Spritzentausch.

* Das Budget für "Menschen in Not" wird auf 10 000 Euro erhöht. Wie berichtet, wird es von Bedürftigen in Anspruch genommen, die Geld für Verhütungsmittel beantragen. Damit der Etat nicht bereits im September aufgebraucht ist und um noch Geld für Notfälle zur Verfügung zu haben, gibt es nun 1500 Euro mehr - zunächst mit Sperrvermerk versehen.