Atomschiff

Otto-Hahn-Reaktor bleibt in Geesthacht

Geesthacht (ger). Sie war der Stolz der Ingenieurkunst, das Atomschiff Otto Hahn galt in den 60er-Jahren als zukunftsweisend.

Doch der in Geesthacht entwickelte Nuklear-Antrieb für zivile Schiffe stellte sich als nicht alltagstauglich heraus, 1979 wurde das einzige deutsche Atomschiff außer Dienst gestellt. 1981 brachte ein Schwertransporter den Reaktor zurück nach Geesthacht. Seitdem lagert der strahlende Druckbehälter in einem Schacht am Geesthang - hinter 60 Zentimeter Beton.

Schon vor Jahren sollte der 480 Tonnen schwere Stahlkoloss ins Zwischenlager Nord nach Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) gebracht werden. Doch die Pläne scheiterten: Zwar ist der Duckbehälter frei von Brennstäben - die Strahlung ist aber immer noch so hoch, dass heute ein Transport wie im Jahr 1981 nicht mehr genehmigt werden würde. "Die Sicherheitsbestimmungen wurden deutlich verschärft", so Helmholtz-Reaktorleiter Dr. Peter Schreiner. "Den Transport nach Lubmin haben wir deshalb 2009 verworfen." Erst 2016 wäre die Radioaktivität soweit abgeklungen, dass der Stahlzylinder für einen Transport auf der Straße deklariert werden könne.

So lange wolle man nicht warten, dennoch soll der Druckbehälter aus Geesthacht verschwinden: Nach aktuellen Plänen könnte der Reaktor jetzt vor Ort im Forschungszentrum zerlegt werden. "Bei etwa 300 Tonnen des Materials ist die Strahlung abgeklungen", sagt Schreiner. Der Stahl könnte herkömmlich entsorgt werden. "Die verbleibenden 180 Tonnen würden bei uns zerkleinert und verpackt und dann später ins Endlager gebracht."

Die Brennelemente des Reaktors wurden 1981 in einem extra Transport nach Geesthacht gebracht - und im Reaktorbecken gelagert. Sie wurden bereits vor zwei Jahren in einem nächtlichen Atomtransport per Lkw nach Nordenhamm und dann in die USA gebracht. Doch auch dort gibt es derzeit kein Endlager. Die alten Brennstäbe werden auch in Übersee nur zwischengelagert - oder wieder aufbereitet. Somit ist das Kapitel Otto Hahn auch 33 Jahre nach der Außerdienststellung noch immer nicht abgeschlossen.