Leserbrief: Neugestaltung der Elbstraße

"Politiker haben das Thema abgehakt"

Betr.: "Elbstrasse als Schmuckstück - Selbst Kritiker verstummen", Geesthacht-Seite v. 12. 9. 2012

Es hat uns schon sehr überrascht, als uns durch eine fette Schlagzeile dieser Zeitung unser Verstummen bekannt gegeben wurde. Zwei, höflich ausgedrückt, "missplatzierte Zitate" erweckten diesen (gewollt?) falschen Eindruck.

Schlechte Planung paart sich mit schlechter Ausführung

Das Lob der Arbeit von Geestra-Bau hat einen einfachen Grund: Traditionellerweise paaren sich in Geesthacht schlechte Planung mit schlechter Ausführung. So eine Planung wird durch gutes Handwerk nicht besser.

Wir sind weiter der Ansicht, dass der Charakter der Elbstrasse völlig ohne Not zerstört worden ist und die Kosten der Maßnahmen, insbesondere die Entwässerungsanlagen, der Bürgersteig auf Kirchenseite und die Treppe, in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Die wirklichen Kosten dürfen viel höher ausfallen

Wenn, wie von dieser Zeitung am 19. 8. 2012 berichtet, der Eigenanteil der Stadt auf 400 000 Euro gestiegen ist, dürften die wirklichen Kosten dieser exzentrischen Planung weit über 1,1 Millionen Euro liegen. Und wie viel von den 400 000 Euro Eigenanteil als Geschenk der Stadt auf das Kirchengelände fließen, wissen vermutlich nur der Herr Bürgermeister, seine Frau und Herr Junge. Vielleicht auch Pastor Penning, der, wie wir amüsiert-irritiert beobachteten, öfters die Bauleitung übernimmt.

Die Politiker dagegen sind mit ihren Gedanken längst woanders "Gassi" gegangen. Oder streichen soziale und kulturelle Leistungen.

CDU, SPD und FDP haben diese Verschwendungsorgie und die Zerstörung eines stimmigen, historischen Ensembles zu verantworten. Doch bis die wirklichen Kosten und städtebaulichen Verluste ans Licht kommen, sind die Kommunalwahlen 2013 gelaufen. Und die Sanierungskarawane fällt in die nächsten Strassen ein.

Werner Büttner, Bernd Inter 21502 Geesthacht