Seniorenzentrum

Straffer Zeitplan fürs Katzbergheim

Geesthacht. Jahrelang passierte nichts - jetzt macht die Verwaltung Tempo: Spätestens im März soll für das sanierungsbedürftige städtische Seniorenzentrum europaweit ein neuer Betreiber gefunden werden.

So sieht es ein möglicher Zeitplan für ein Interessenbekundungsverfahren vor, den Stadträtin Maren Marquardt jetzt im Hauptausschuss vorgestellt hat.

Wie berichtet, hatte die Ratsversammlung im August mit hauchdünner Mehrheit von CDU und Grünen beschlossen, das Interessenbekundungsverfahren auf den Weg zu bringen. Auf diese Weise soll ein Investor gefunden werden, der das Seniorenheim übernimmt, einen attraktiven Neubau errichtet - und gleichzeitig das Personal weiterbeschäftigt. Bereits im Oktober sollen Stadt und Politik demnach Gespräche mit Beratungsunternehmen führen, die den Veräußerungsprozess professionell begleiten. Im Dezember soll die Ratsversammlung einen Berater auswählen, Anfang des Jahres könnte das Seniorenzentrum europaweit ausgeschrieben werden. Sollten sich passende Interessenten melden, könnte die Veräußerung im Herbst 2013 über die Bühne gehen, heißt es aus der Verwaltung.

Bei der SPD zeigt man sich erbost über den Zeitplan. "Das können wir so nicht akzeptieren. Am Ende erfolgt eine Ausschreibung wenige Wochen vor der Kommunalwahl am 26. Mai", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Samuel Bauer. "Ich finde diesen Terminplan einfach unsensibel, da hat Frau Marquardt offenbar nicht nachgedacht. Dabei erwarte ich von einer Stadträtin, dass sie bei so brisanten Themen auch politisch denkt." Bauer geht davon aus, dass der mögliche Verkauf des Seniorenheims den Wahlkampf befeuern wird. "Wenn sich die Mehrheiten ändern, werden wir das Thema ganz sicher sofort wieder in die Ratsversammlung bringen und den Beschluss rückgängig machen", so der SPD-Fraktionsvorsitzende.

In der Verwaltung kann man die Aufregung nicht verstehen. "Grundlage des Zeitplans ist der Beschluss der Ratsversammlung", sagt Stadtsprecher Torben Heuer. Aber der Fahrplan sei nur eine Variante, über die noch mal im Ältestenrat der Ratsversammlung diskutiert wird. Gründe zur Änderung sieht CDU-Fraktionschef Karsten Steffen nicht: "Jetzt handelt die Verwaltung zügig, und nun ist das auch wieder falsch."