Kernkraftwerk

Viel Arbeit auf Geesthachts höchster Baustelle

Geesthacht. Sechs Wochen hat es gedauert, das Gerüst aufzubauen, das den Kamin des Kernkraftwerkes Krümmel umgibt. Es reicht bis in eine Höhe von 158,50 Metern über dem Meeresspiegel.

"Das Gelände bei uns in Krümmel hat ein Niveau von 8,50 Metern, so dass der Kamin tatsächlich genau 150 Meter hoch ist", sagt Andreas Weist von der Bauabteilung des Kraftwerks. Gemeinsam mit seinen Kollegen Steffen Thomas und Markus Willicks nahm er gestern unseren Reporter mit auf den höchsten Arbeitsplatz der Stadt. 20 Minuten dauert es, ehe man mit Hilfe von drei Aufzügen zunächst auf das Dach des 65 Meter hohen Reaktorgebäudes und von da aus dann auf die Spitze des Kamins gelangt. Oben belohnt ein grandioser Ausblick.

Die Arbeiter, die an dem Kamin aus Stahlbeton arbeiten, haben unterdessen für die schöne Aussicht auf die Region nur selten einen Blick übrig. Sie verpassen dem Kamin eine neue Schutzhaut gegen Feuchtigkeit. Der Stahlbeton wird gespachtelt und mit zwei Anstrichen versehenen. Schon zum Jahresende soll sich die komplette Fassade des Kraftwerks in einer neuen Optik präsentieren. Die Maschinenhalle wird bereits wieder abgerüstet, die neue Fassade dort passt farblich in ihrem Beigeton zum Zwischenlager für den Atommüll aus dem Meiler.

Durch den Kamin strömen jede Stunde etwa 200 000 Kubikmeter Luft aus dem Kraftwerk - die Abluft der technischen Klimatisierung im Inneren. Deshalb ist oben auch ein Rauschen zu hören.

Ganz oben und in einer Höhe von 100 Metern gibt es rote Leuchten, die über einen Dämmerungsschalter aktiviert werden, damit Piloten das Bauwerk sehen können. Normalerweise steigen die Techniker des Kraftwerks ein oder zwei Mal im Jahr zu Wartungsarbeiten in luftige Höhe. Dafür gibt es zwei Aufstiegsleitern am Kamin, die man nur mit angelegtem Klettergurt nutzen darf. Regelmäßige Rettungsübungen und eine Höhentauglichkeit sind Pflicht.