RGG

Ein Jahrhundert Rudergeschichte

Geesthacht. Man könne die Elbe doch nicht unnütz an Geesthacht vorbei fließen lassen. Diesem Gedanken von Friedrich Zabel, Vorsitzender des damaligen Turnspielvereins, hat die Rudergruppe Geesthacht ihre Gründung zu verdanken.

Schnell fanden sich Sportbegeisterte, die das Gewässer vor den Toren der Stadt mit Booten beleben wollten. Beim Hamburger Ruderclub "Favorite Hammonia" erstanden Zabel und Hermann Rossteutscher einen Gigvierer. Und am 1. Oktober 1912 folgte die Gründung, zunächst als eine Abteilung des Turnspielvereins. 100 Jahre Geschichte liegen hinter dem Verein - das Jubiläum wird am Sonnabend, 29. September, mit einem Festakt im Hotel zur Post, einer Bootstaufe und einem großen Essen gefeiert.

Schon unter den Gründungsmitglieder waren laut Vereinschronik zwei Frauen: Fräulein E. Mohrmann, die später Ehefrau von Hermann Rossteutscher wurde, und Frau Wensthoff. Als erstes Schülermitglied wird Paul Flügge genannt. Paul Schmidt, damals in der Klempnerlehre in Bergedorf, stieß einige Monate nach der Gründung zur Gruppe.

Doch so richtig rudern konnte noch niemand. Da war es ein Glück, dass ein Rennruderer aus Ludwigshafen zu den Geesthachtern stieß. Schon für den ersten eigenen Vierer entstand ein Bootshaus - an der Stelle, wo heute die Plastik "Junge mit Drachen" steht. Doch viel Zeit für das "frisch-fröhliche" Rudern blieb den Anfängern nicht - im Jahr 1915 verzeichnet das Fahrtenbuch noch vier Touren, dann steht dort in großer Schrift das Wort "KRIEG".

Doch nach dem Krieg starten die Ruderer neu. Sie kaufen zwei neue Boote, bauen ein neues Vereinshaus - und sind ab 1921 ein selbstständiger Verein. 1925 erringen die Geesthachter auf einer internen Regatta in Lauenburg ihren ersten Sieg, 1926 sind sie bei der ersten Regatta des neu gegründeten Verbandes "Unterelbe" dabei. Und schon 1921 entsteht in Geesthacht eine eigene Damenabteilung - große Vereine folgen damit erst ab 1927. "Die Frauen haben in unserem Verein immer eine aktive Rolle gespielt", sagt Susanne Müller, Masters-Ruderin in der Rudergruppe und seit vielen Jahren dabei.

So sorgten die Zwillinge Mira und Sonja van Daelen in den 90er-Jahren für die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. 1990 siegten die 14-Jährigen aus Geesthacht bei den schleswig-holsteinischen Landesmeisterschaften im Leichtgewichts-Doppelzweier, es folgten viele Regattasiege, Titel bei Landes- und Deutschen Meisterschaften, internationale Erfolge. 2001 trainierten Mira und Sonja für die Olympiade 2004. Doch dann das Ende ihres Traums: Mira erlitt einen schweren Bandscheibenvorfall - und die Schwestern nahmen Abschied vom Leistungssport. Auch das RGG-Talent Daniel Holert, mittlerweile 27, betreibt das Rudern nicht mehr als Leistungssport, bereitet sich mittlerweile auf das Staatsexamen als Lehrer vor. Er holte bei Weltmeisterschaften mehrmals Silber.

Neue Nachwuchstalente sind unter anderem Larina Aylin und Muriel Hillemann, Jan Ole Muchow und Christopher-Joe Kruse, die bei den Deutschen Vizemeisterschaften in diesem Jahr Medaillen holten. 140 Mitglieder hat die Rudergruppe heute, die Jugendarbeit und das Wanderrudern nehmen einen breiten Raum ein.

Neue sind willkommen: Kontakt unter Telefon (0 41 52) 41 13 oder im Internet unter www.rggeesthacht.de .