Bürgerinformation

Was wird aus dem AKW Krümmel?

Geesthacht. Es ist ein Thema, das viele Geesthachter - gleich welcher politischen Richtung - interessieren dürfte: Am Donnerstag geht es im Ratsaal (Markt 15) um den Rückbau des Atomkraftwerks Krümmel.

Dazu werden einige hochrangige Experten erwartet, die Fragen der Bürger beantworten sollen. Auf Anregung der Elterinitiative und des BUND kommen unter anderem Wolfgang Cloosters, Leiter der Kieler Atomaufsicht, Dr. Michael Hoffmann vom Bundesamt für Strahlenschutz, Kernkraftwerksleiter Torsten Fricke von der Firma Vattenfall sowie Wolfgang Neumann, Physiker im Gutachterbüro "intac", als neutraler Gutachter. Die Moderation übernimmt Jürgen Vollbrandt.

Fraktionsübergreifend appellieren die Vertreter der Geesthachter Parteien jetzt an die Bürger, diese Chance zu nutzen. "Dann sind wir alle auf demselben Stand und können das Thema hoffentlich besser beurteilen. Ich erwarte eine Information, die emotionsfrei ist", sagt Thomas Markwart von der CDU.

Seit 2011 steht das endgültige Aus für Krümmel fest. Doch schon seit dem Brand eines Transformators im Sommer 2007 war der Meiler fast ununterbrochen abgeschaltet.

"Die Planung für den Rückbau muss jetzt von Vattenfall angegangen werden", fordert Hans-Werner Madaus von der SPD. Doch bisher hat sich der Energiekonzern - zumindest offiziell - noch gar nicht entschieden, ob der Atommeiler am Elbufer tatsächlich zurückgebaut wird, oder ob die strahlenden Bauteile im Inneren einen "sicheren Einschluss" bekommen. Damit würde sich ein Rückbau über Jahre verzögern. "Die Atomaufsicht wartet auf Signale von Vattenfall", weiß Gerhard Boll von den Grünen. Doch Vattenfall zögert und verweist auf fehlende Lagermöglichkeiten für Strahlenmüll.

Auch die Elterinitiative hat zum Experten-Abend noch viele Fragen. Einige davon: Was passiert mit den kontaminierten Bauteilen? Wann fällt die Entscheidung über den Rückbau? Würde das Kraftwerk vorerst weiter im "Standy-By-Modus" laufen? Geht von den 1100 Atommüllfässern im Keller Gefahr aus?