Jobcenter

Wohnung zu klein - Amt zahlt nicht

Geesthacht. In Hamburg eine günstige Wohnung zu finden, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Das weiß jeder, der schon mal bei einer Besichtigung mit einer Schar von Verzweifelten durch die Räume eines potenziellen neuen Domizils gezogen ist.

Umso schlimmer, wenn man dringend ein neues Zuhause braucht. So geht es Sandra Katers.

Die 28-Jährige ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, zudem hochschwanger. Sie bekommt Arbeitslosengeld II. Im Moment teilt sie sich mit ihrem achtjährigen Sohn ein 15 Quadratmeter großes Zimmer im Haus ihrer Mutter in Curslack, wo sie nach der Trennung von ihrem Freund im Juni einzog. "Das ist viel zu eng", sagt sie und war deshalb sehr froh als sie in Geesthacht am Farmsener Weg eine zweieinhalb Zimmer große Wohnung fand (57 Quadratmeter). Bewusst war sie bei der Wohnungssuche auf Hamburgs Speckgürtel ausgewichen. "Ich muss bei der Suche eine Menge Auflagen erfüllen", erzählt sie. So darf die Warmmiete nur Maximal 505 Euro betragen, die Wohnung müsse renoviert sein. Eine Küche müsse auch drin sein." Doch die Freude über das neue Heim, das mit einer Warmmiete von 493 Euro im zulässigen Rahmen liegt, war nur von kurzer Dauer. Denn das Jobcenter erteilte ihr eine Absage. Begründung: Die Wohnung sei zu klein. Eine ungewöhnliche Entscheidung, die Sandra Katers nicht nachvollziehen kann. "Meine neunjährige Tochter bleibt bei meiner Mutter wohnen. So haben mein Sohn und ich je ein Zimmer. Und es gibt ein Wohnzimmer", sagt sie. Das Baby schlafe ja ohnehin erst mal bei ihr.

Das Jobcenter steht zu seiner Entscheidung: "Selbst wenn die neunjährige Tochter nicht mit einzieht, ist die Wohnung zu klein", sagt Ulrich Elsweiler, Leiter des Jobcenters in Mölln. Außerdem sei die Wohnung nicht im ortsüblichen Zustand gewesen. Mit anderen Worten: Die Gefahr war groß, dass die Familie hier nicht lange wohnen kann und die Suche dann wieder von vorn beginne. "Wir wollen Frau Katers anständig beraten und vor einer Fehlentscheidung bewahren." Leider könne das Jobcenter bei der Wohnungssuche selbst nur bedingt helfen. "Wir können Ansprechpartner und Adressen nennen, dürfen aber nicht Gefahr laufen, in die Rolle eines Maklers zu schlüpfen." Dass das Jobcenter ihr eine größere Wohnung gönnt, ist für die hochschwangere Sandra Katers im Moment ein schwacher Trost. "Derzeit wohnen wir im Haus meiner Mutter auf 105 Quadratmetern mit neun Personen." Mutter und Sohn teilen sich eine Matratze. Platz für ein Kinderbettchen gibt es nicht. Da wären zweieinhalb Zimmer im Vergleich Luxus gewesen.

Sandra Katers muss erst mal bei Mutter bleiben