Elbbrücke

Hier hängen 1678 Tonnen schwerer Stahl in der Luft

Geesthacht (tja). Der Kraftakt ist geglückt: Mit einem 800 Tonnen schweren Spezialkran wurde gestern Nachmittag das dritte der insgesamt vier Tore für die Elb-Schleuse in Geesthacht eingehängt.

Millimeterarbeit für den Kranführer mit dem 1678 Tonnen schweren Stahlbauteil am Haken zwischen den beiden vorhandenen Türmen, in denen das Tor auf und ab bewegt werden kann. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel von der Elbbrücke aus. Zum Vormerken für die, die es gestern verpasst haben: In etwa einem Jahr soll auch das letzte Schleusentor erneuert werden. Dann wiederholt sich die Szene.

Schon früh morgens begannen die vorbereitenden Arbeiten. Das neue Schleusentor - 26 Meter breit und 12,60 Meter hoch - wurde von einem Schwimmponton, der in der Nordkammer der 230 Meter langen Schleuse lag, an Land gehievt. Dort wurde es gegen 11.30 Uhr mit Hilfe eines zweiten Krans aufgerichtet. An dem großen Kran, dessen Montage auf der Baustelle drei Tage gedauert hatte und der in Einzelteilen auf 30 Lastzügen angeliefert worden war, wurde dann eine Traverse befestigt, an der das Schleusentor hing. Vorsichtig manövrierte der Kranführer, per Funk vom Bauleiter angewiesen, das Tor dann zwischen die Türme. An mehreren Seilen sicherten Arbeiter das Tor, damit es nicht unbeabsichtigt in Schwingungen kam.

"Das ist eine sehr komplexe Aufgabe", sagte Bettina Kalytta, die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes. "Aber es läuft gut", zeigte sie sich zufrieden. Nach gut einer Stunde hatten die Arbeiter mit Hilfe des XXL-Krans, der mehr wiegt als 600 VW Golf, das Schleusentor an seinen Platz gesetzt. Jetzt gehen die Arbeiten zur Modernisierung der Schleusenanlage weiter. Wohl 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Südkammer wurde bereits saniert. "Die funktioniert jetzt einwandfrei, aber die Technik muss auch zuverlässig funktionieren, sagte Bettina Kalytta. Die Schleuse ist nötig, weil nur so der am Stauwehr künstlich erzeugte Höhenunterschied der Elbe überwunden werden kann. Dank der Aufstauung ist die Oberelbe für Frachter besser befahrbar.