Turnhalle

Schmuckstück für den Sport

Geesthacht. Oftmals im Verborgenen schlummern wahre Schätze historischer Baukunst. Einige dieser Highlights sollen beim bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" am 9. September in den Vordergrund gerückt werden.

Das komplett sanierte Reetdach-Fachwerkhaus der Familie Meerkamm am Buntenskamp etwa, der hölzerner Glockenturm der St.-Salvatoris-Kirche, oder auch die frisch sanierte Turnhalle der Buntenskampschule. Alle diese Gebäude passen perfekt zum diesjährigen Motto, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ausgerufen hat: Holz.

"Holz ist seit Urzeiten ein Baustoff", sagt Susanna Helmert von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises. Mächtige Fachwerkbalken, imposante Dachstühle, Wandverkleidungen, und sogar gewagte Tragwerke wie die Bogenkonstruktion in der Turnhalle zeugen von der Kunst der Zimmerleute. "Holz war und ist in unseren Breitengraden als vielseitiger Naturwerkstoff fast immer und überall verfügbar und ist für Archäologen und Bauforscher aufgrund seiner genauen Datierbarkeit oft ein Glücksfall", erklärt Susanna Helmert. Das Holz kann wissenschaftlich untersucht werden (Dendrochronologie) und dadurch die Bauzeit eines Gebäudes sehr eng eingegrenzt werden.

In Geesthacht wurde schon vor Jahrhunderten auf Holz als wichtigsten Baustoff gesetzt. Fachwerke wie das des Krügerschen Hauses an der Bergedorfer Straße oder der St.-Salvatoris-Kirche an der Elbstraße haben den Jahrhunderten getrotzt, am Buntenskamp wurde am Fachwerkhaus der Meerkamms im Rahmen der Sanierung nur einige Balken ausgewechselt. Aber sogar ganz aktuell ist Holz im Trend, Neubauten erhalten Holzfassaden oder ein modernes Ständerwerk. "In der Turnhalle am Buntenskamp ist bei der Sanierung eine sehr schöne Holzdecke freigelegt worden, die am Tag des offenen Denkmals bestaunt werden kann", sagt Susanna Helmert. Bürgermeister Volker Manow bezeichnet die Halle als "Kleinod", Gabriele-Marie Plaßmann vom Fachdienst Immobilien weiß, dass die Konstruktion in den 70er-Jahren hinter einer Abhängung verschwunden war. "Man konnte von außen erahnen, was in dem Gebäude steckt - erst im Inneren haben wir nach und nach diesen Schatz wieder freigelegt", sagt sie. Eine Million Euro kostete das. Von 11 bis 14.30 Uhr kann die Turnhalle am 9. September besichtigt werden.

Familie Meerkamm öffnet die Türen ihres 160 Jahre Reetdachhauses am Buntenskamp 4 von 12 bis 19 Uhr und um 11 Uhr lädt Helmut Knust (Heimatbund und Geschichtsverein) am Krügerschen Haus zu einer Führung ein. Um 12 und 15.30 Uhr gibt es am ehemaligen Verwaltungsgebäude und Labor der Pulverfabrik an der Lichterfelder Straße Führungen, ebenso um 12 Uhr am Krümmeler Wasserturm. In Lauenburg laden zahlreiche private Hausbesitzer an der Elbstraße, am Hohlen Weg und in der Neustadt zu Besuchen ein, der Töpfermarkt am Schloss und ein Mittelaltermarkt auf dem Kirchplatz sind weitere Aktionen von 13 und 18 Uhr. In Schwarzenbek gibt es um 10 Uhr eine exklusive Führung zu historischen Fundstücken, etwa von einem bronzezeitlichen Urnenfriedhof, der seinerzeit an der Stelle der ehemaligen Realschule an der Berliner Straße 12 lag.