Vorgespräche

Escheburg flirtet mit Geesthacht

Escheburg/Geesthacht. Ob der Ausweis abläuft, die Hochzeit ansteht oder eine Bauvoranfrage geklärt werden soll: Müssen die Escheburger zur Behörde, könnte bald das Geesthachter Rathaus für sie zuständig sein - und nicht mehr die Amtsverwaltung in Dassendorf.

Hinter verschlossenen Türen wird derzeit kontrovers diskutiert, ob Escheburg das Amt Hohe Elbgeest verlässt - und stattdessen eine Verwaltungskooperation mit Geesthacht eingeht. Gestern Vormittag saßen Geesthachts Bürgermeister Volker Manow, sein Escheburger Kollege Gunther Schrock sowie die leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow und Amtsvorsteher Walter Heisch vom Amt Hohe Elbgeest für Vorgespräche zusammen.

"Es gibt Gespräche, aber wir haben uns geeinigt, noch keine Inhalte bekannt zu geben", sagte Manow. Auch die anderen Teilnehmer zeigten sich gestern wortkarg. "Wir wollen uns erst äußern, wenn wesentliche Punkte geklärt sind", so Heisch.

Angestoßen wurden die Gespräche vom Escheburger Bürgermeister. "Es gibt Ideen, wie man mehr Bürgerfreundlichkeit in die Verwaltung bringen könnte", sagt Schrock. "Davon sollen vor allem die Einwohner profitieren." Derzeit ist das Amt Hohe Elbgeest für alle Verwaltungsaufgaben der Gemeinde zuständig. Doch in Escheburg ist man nicht immer glücklich über die Arbeit des Amtes, insbesondere in der Vertretung gegenüber dem Kreis sieht man offenbar Defizite. Von einer Kooperation mit Geesthacht würde man sich eine stärkere Stimme gegenüber dem Kreis versprechen. "Wir haben uns aber für noch nichts entschieden. Uns geht es einfach darum, die Verwaltung zu verbessern - und das könnte auch durch Änderungen in der Amtsverwaltung erfolgen", so Schrock. Eine Entscheidung soll im nächsten halben Jahr in der Gemeindevertretung fallen.

Würden sich die Politiker für eine Kooperation mit Geesthacht entscheiden, bliebe Escheburg nach wie vor eigenständig. Das Geesthachter Rathaus wäre dann quasi ein Verwaltungsdienstleister für die Kommune - die Mitarbeiter dort wären dann Ansprechpartner für An- und Ummeldungen, Eheschließungen und Schulangelegenheiten. Der Vorteil für die Escheburger: Da Geesthacht eine eigene Bauprüfabteilung hat, entfallen für Bauherren viele Fahrten nach Ratzeburg. Und auch Geesthacht würde profitieren: Bislang überweist die Gemeinde Escheburg rund 500 000 Euro Amtsumlage jährlich an das Amt Hohe Elbgeest. Eine entsprechende Summe könnte künftig den angeschlagenen Haushalt der Stadt entlasten - denn zusätzliches Personal wäre durch die neue Zuständigkeit kaum nötig.

Ob der Flirt mit Geesthacht am Ende von Erfolg gekrönt ist, bleibt offen. Eine Fusion der Rathäuser von Geesthacht und Lauenburg scheiterte vor zwei Jahren nach monatelangen Verhandlungen - zu schwierig war es, beide Verwaltungen unter ein Dach zu bringen.