Geschenk

Neun-Tonnen-Stein erinnert an Pastorat

Hohenhorn (pas). Steine gehören, schon seit die Hohenhorner denken können, zu ihrem Ort dazu.

Groß und massiv liegen sie überall in dem 500-Einwohner-Dorf herum, sind schöne Blickfänge, und oft erinnern sie an historische Ereignisse oder Personen. So sind auf dem Stein vor der Schule die Namen von Lehrkräften verewigt, das 777-jährige Bestehen des Dorfes ist auf einem Stein an der Bundesstraße eingraviert, Am Brink erinnert ein Granitblock an einen Bauernhof, den es längst nicht mehr gibt.

Steine gehören in Hohenhorn seit jeher dazu

Im April ist ein neuer Stein dazu gekommen. Der neun Tonnen schwere Granitblock liegt auf dem Grasstück zwischen dem Steinbergweg und der Straße Am Brink. Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde jetzt beschlossen: Der Stein bleibt hier und gehört ab jetzt zum Dorf dazu. Dabei war er eigentlich eine Privatanschaffung gewesen und sollte einen Garten schmücken.

Claus-Ulrich Haß, als richtiger Hohenhorner natürlich Fan von Steinen jeglicher Art, hatte den Stein für sein Grundstück am Steinbergweg ausgesucht. "Er kommt aus der Buhckschen Kiesgrube in Wiershop und hat mir gleich gefallen", so Haß. In seinem Garten hat er bereits mehrere große Steine aufgestellt. "Ich mag sie. Sie sind schön und wirken irgendwie beruhigend", sagt er. Der Neun-Tonnen-Block jedoch war ein wenig zu groß für Haß' Garten. Er fragte beim Bürgermeister an, ob er ihn auf dem Wiesenstück vor dem Haus zwischenlagern dürfe, während er auf seinem Grundstück umbauen und ein wenig Platz schaffen wollte.

Er durfte - und da stand er nun am Steinbergweg der Granitblock, bei Regen und Sonne. Und irgendwie gefiel er den steinverrückten Hohenhornern. "Er passt hier so gut hin. Als ob er schon immer hier gelegen hätte", sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Meinert (CDU). Claus-Ulrich Haß fand das auch. "Er kommt dort so richtig schön zur Geltung. Und wenn ich im Garten auf meiner Bank sitze, habe ich einen freien Blick auf ihn", sagt er. Und so schlug er dem Bürgermeister vor, der Gemeinde den Stein zu schenken. Hans-Jürgen Meinert war begeistert und ließ auf der Gemeinderatssitzung darüber abstimmen. Mit einer Enthaltung stimmten die Ortsvertreter für den Stein.

Granitblock soll an historisches Ereignis erinnern

Was dem Granitblock jetzt noch fehlt, ist ein historisches Ereignis, an das er erinnern soll. Eine Idee dazu hat der Bürgermeister schon. "Ich möchte gerne an unser Pastorat erinnern", sagt er. Denn dass die Kirche das verkauft, schlägt den Hohenhornern schwer auf den Magen. Wenn sie es schon nicht behalten dürfen, dann möchten sie ihrem Pastorat wenigstens ein Denkmal setzten. Und als echter Hohenhorner tut man das am besten mit einem Neun-Tonnen-Block aus Granit.