Übung

Hier muss die Feuerwehr ordentlich zirkeln

Geesthacht. Hoch auf dem Berg oberhalb des Strandwegs steht in Tesperhude ein Seniorenheim.

47 ältere Menschen leben hier. Um zu überprüfen, wie bei einem Feuer im "Haus an der Elbe" die Rettungsmaßnahmen und Löscharbeiten ablaufen, trainierten Feuerwehrleute aus Grünhof-Tesperhude und Geesthacht jetzt den Ernstfall. Grünhofs Wehrführer Klaus Wieckhorst hatte das angenommene Szenario ausgearbeitet. Er gab für die Übung ein Feuer im Dachgeschoss vor, ein Löschangriff musste aufgebaut und die Rettung durchgeführt werden.

"Die Lage des Heimes auf dem nur über eine schmale Zufahrt erreichbaren Berg stellt uns vor eine besondere Situation", erklärte Wieckhorst. Der Hof vor dem Heim bietet nur für ein oder zwei Löschfahrzeuge und die Drehleiter Platz. Die Zufahrt zum Heim, der Burgweg, ist nur einspurig. Wieckhorst: "Wenn wir hier tatsächlich einmal ein Feuer hätten, bei dem logischerweise auch der Rettungsdienst mit einem großen Aufgebot anrücken müsste, würde es Probleme geben. Es ist hier einfach nicht genug Platz, man kann nicht vernünftig wenden und die Abfahrt der Rettungswagen wäre nur schwer möglich."

Als das Seniorenheim von André Apel 1997 in dem ehemaligen Polizeierholungsheim und späteren Asylbewerberheim eingerichtet wurde, lehnten die Behörden eine rückwärtige Zufahrt durch den Wald ab. "Stattdessen musste ich ein außen liegendes Treppenhaus bauen, und im ganzen Haus haben wir einen Sicherheitsstandard, der 90 Minuten Feuerwiderstandsdauer bietet", berichtet Apel.

1986 hatte ein Großbrand das alte Treppenhaus und Teile des Dachstuhls zerstört. Damals, so führen Verschwörungstheoretiker bis heute aus, soll ein angebliches Geheimlabor des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums abgebrannt sein. Tatsächlich loderten die Flammen aber am Burgweg in Tesperhude. "Seinerzeit konnten wir uns auf die Löscharbeiten konzentrieren, weil das Haus leer stand. Aber die waren schon schwierig genug", so Wieckhorst.

In dem danach aufwendig sanierten Haus genießen die Senioren aus vier Geschossen den Blick über die Elbe. Um bei einem Feuer Menschen, denen der Fluchtweg durch die Treppenhäuser wegen des Rauches abgeschnitten sein könnte, retten zu können, muss draußen die Drehleiter in Stellung gebracht werden können. Direkt vor dem Haupteingang des Heims gestaltet sich das aufgrund der beengten Platzverhältnisse schwierig. Zudem ist dann die Zu- und Abfahrt komplett blockiert. "Aber es passt, das hat die Übung gezeigt", sagte Wieckhorst. Auch eine Löschwasserversorgung vom Elbufer aus ließe sich notfalls im Nu realisieren, ist der Wehrführer mit dem Übungsablauf zufrieden.

"Wir müssen uns immer auf die örtlichen Gegebenheiten einstellen, und die sind hier eher schwierig. Umso wichtiger ist es, dass die Kameraden durch solche Übungen Ortskenntnisse erhalten", sagte Geesthachts Wehrführer Sven Albrecht. Er war als Übungsbeobachter dabei und hatte nur einige Notizen, die er bei der Auswertung ansprechen wollte. Albrecht: "Ein paar Kleinigkeiten, die den Ablauf noch optimieren könnten und die wir besprechen."