Gerüst am Kamin

Balanceakt über dem Kraftwerk

Geesthacht (tja). Einen spektakulären Arbeitsplatz haben zurzeit einige Gerüstbauer: Sie rüsten den Kamin des Kernkraftwerks Krümmel am Elbufer mit einem Baugerüst aus Steckteilen ein (Fotos: Jann).

Bis in eine Höhe von 143 Metern. Wo sonst nur die in einigen Nistkäsen lebenden Turmfalken unterwegs sind, arbeiten die Gerüstbauer jetzt in schwindelerregender Höhe an dem aus Stahlbeton errichteten Schornstein.

Grund für den Gerüstaufbau sind Sanierungsarbeiten an dem Kamin. Mit Hilfe eines großen Telekrans wurden die erforderlichen Gerüstteile auf das Dach des Reaktorgebäudes gehievt. Mit einer Seilwinde werden von Arbeitern auf dem Dach immer genau die Bauteile für das in die Höhe wachsende Gerüst zu den Gerüstbauern befördert, die als nächstes montiert werden müssen. So geht es Stück für Stück mit Rahmen, Querriegeln, Geländern und Böden aufwärts.

Seit fast einem Jahr sind die 40 Meter hohe Maschinenhalle und das 60 Meter hohe Reaktorgebäude bereits eingerüstet. Bunt bedrucke Schutzfolien sorgen dafür, dass auf den Gerüsten an der Sanierung der Fassade gearbeitet werden kann. Obwohl das Kraftwerk nie wieder Atomstrom liefern soll, muss die Gebäudehülle saniert werden. Dazu werden die Aluminiumprofile von den Wänden entfernt und der dahinter liegende Beton freigelegt.

Ein Rückbau, über den noch immer nicht entschieden ist, würde bis zu 20 Jahre dauern. So lange muss die Gebäudehülle vor äußeren Einflüssen geschützt sein.