Schulsozialarbeit

Kreis lenkt ein: Stadt erhält 111 000 Euro

Geesthacht. Aufatmen im Geesthachter Rathaus: Mit deutlicher Mehrheit versenkte der Kreistag am Donnerstagabend ein umstrittenes Konzept für die Sozialarbeit an Schulen in der Schublade.

Geesthacht kann sich kommende Woche auf eine Nachzahlung in Höhe von 111 000 Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung freuen. Eigentlich hätte das Geld für zwei zusätzliche Sozialarbeiter schon Anfang des Jahres in der Stadtkasse liegen sollen, doch der Kreis verlangte die Umsetzung eines neuen Konzepts - obwohl in Geesthacht die Schulsozialarbeit seit Jahren etabliert ist. Da das umstrittene Verfahren auch rechtlich auf wackeligen Füßen stand, machte die CDU einen Rückzieher.

"So ein Konzept funktioniert nur, wenn man miteinander arbeitet - nicht gegeneinander", sagte CDU-Fraktionschef Norbert Brackmann und kündigte an, dass seine Fraktion einem SPD-Antrag zur sofortigen und bedingungslosen Auszahlung der Mittel an die Schulträger zustimmen werde. "Da wo wir keine Zuständigkeit haben, sollten wir nur das machen, was uns vorgegeben wird", so Brackmann. Das erstellte Rahmenkonzept soll künftig eine Empfehlung für Schulen im Kreis sein, aber keine Bedingung.

Den Rückzieher der CDU betrachteten vor allem die Grünen mit Genugtuung: "Nur schade, dass die Erkenntnis erst jetzt kommt. Hätte die CDU von Anfang an auf die Rechtslage geachtet, hätten wir nie ein Problem gehabt", so Annedore Granz (Grüne). "Ich hoffe, wir bekommen jetzt endlich wieder Ruhe in die kommunale Familie", sagte Gitta Neemann-Güntner (SPD), schließlich hatten einzelne Städte Klagen angekündigt. Im Geesthachter Rathaus hofft man jetzt auf eine zeitnahe Auszahlung..