Fußball-EM

Jubel über das 2:1 und Knalltrauma durch Böller

Geesthacht (tja). Eine absolut friedliche Stimmung beim großen Fan-Fest und anschließend teilweise heftige Szenen bei der Feier an der Geesthachter Straße. So unterschiedlich wurde das dritte Vorrundenspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft begangen.

Durch ihren 2:1-Sieg gegen Dänemark bescherten die Kicker den Fans am Freitag ein weiteres Highlight beim Fan-Fest - das Spiel um den Einzug ins Halbfinale gegen Griechenland.

Etwa 800 Menschen verfolgten in der alten Bauhof-Halle an der Steinstraße das entscheidende Vorrundenspiel. Sie bejubelten das 1:0 und bangten dann, als es lange 1:1 stand. Dann die Erlösung - das 2:1-Tor kurz vor Schluss. "Jetzt schmecken uns Hotdogs noch besser", spielte Sascha Franke, der das Fan-Fest in Geesthacht bereits zum vierten Mal ausrichtet, auf das dänische Nationalgericht an. Franke hat mehrere Sponsoren, unter anderem die Hamburger Sparkasse, die ein Gewinnspiel während des gesamten Fan-Festes anbietet, und die AOK, die Getränkecoupons verlost, für das Fest gewonnen. "Nur durch diese Unterstützung ist das Fest möglich", sagt er. Auf einer 20 Quadratmeter großen Leinwand werden ab sofort alle Spiele im Viertel- und Halbfinale gezeigt - und natürlich das Finalspiel am 1. Juli. Franke öffnet das Fan-Fest dafür jeweils um 19 Uhr, Anstoß ist jeweils um 20.45 Uhr.

Wie schon nach den Spielen gegen Portugal und die Niederlande, trafen sich nach dem Schlusspfiff "Fans" an der Geesthachter Straße. Mehr als 300 Menschen waren gekommen, um rund um die Aral-Tankstelle in Höhe Keil Bier zu trinken, Fahnen zu schwingen und Lieder anzustimmen. Etwa 70 Autofahrer aus Geesthacht und Umgebung beteiligten sich an einem Autokorso in der City. Immer wieder fuhren sie die Geesthachter Straße rauf und runter. "Dabei ist es teilweise zu haarigen Situationen gekommen, einige Autofahrer sind mit hohem Tempo an den Feiernden, die dicht am Fahrbahnrand oder auch auf der Straße standen, vorbeigerauscht", so Polizeichef Thomas Specht.

Die Polizei ließ den Feiernden und den Autofahrern diesmal bis 0.30 Uhr freie Bahn - dann löste sich das Treffen auf. Zuletzt hatten die Beamten Kritik einstecken müssen, weil sie die Geesthachter Straße voll abgesperrt hatten. Ein Autokorso war damit zunächst nicht möglich.

Unter die Fans, die mit ihren hupenden Autos ihre Freude ausdrücken wollen, mischen sich aber auch immer öfter "Cruiser", die mit quietschenden Reifen durch die Innenstadt rasen. Die Polizei wird gegen diese Fahrer neue Maßnahmen überlegen müssen, um die Situation sicherer zu machen. Erfolgreich ist bereits eine andere Strategie: Erneut wurde ein Mann identifiziert, gegen den jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird. Er hatte nachts einen extrem lauten Böller gezündet und diesen zwischen die Feiernden geworfen, ein Fan erlitt dadurch ein Knalltrauma.