Bünare – Der bürgernahe Reporter

Einkauf mit Hindernissen

Geesthacht. Heidi Spindler ist stolz auf ihren Papa. Im hohen Alter von 90 Jahren hat er sich noch an einen Scooter gewöhnt, einen elektrisch betriebenen Rollstuhl. Weil er nicht mehr so gut laufen kann, ist der Geesthachter gern damit unterwegs.

Als Anwohner am Worther Weg in der Oberstadt hat er es zu den wichtigsten Geschäften eigentlich nicht weit. An der Hansastraße hat er zum Beispiel eine Apotheke, die Kreissparkasse und einen Blumenladen direkt vor der Tür. Leider steht dem selbstständigen Einkauf jedoch eines im Weg: der hohe Bordstein.

Zwar ist die Kante gleich neben der Apotheke, wo auch der Durchgang zu Ärzten und Anwälten ist, auf einem Stück von etwa eineinhalb Metern abgesenkt - aber fast permanent parken Autos davor.

"Die Autofahrer übersehen die Absenkung", hat Heidi Spindler beobachtet. Keine Absicht vielleicht, aber für ihren Vater Siegfried Böse macht es den Ausflug zur Ladenreihe so gut wie unmöglich. "Neulich hat er dringend Medikamente gebraucht", erzählt die Bergedorferin. "Da waren die Apotheker so freundlich, sie ihm hinauszubringen." Jacqueline Strauer von der Oberstadt-Apotheke weiß um das Problem: "Für viele unserer Kunden und auch die Patienten der Ärzte ist ein barrierefreier Zugang wichtig", sagt sie und erzählt, dass vor Kurzem schon mal eine Frau mit Rollator an der Bordsteinkante gestürzt sei. "Wäre es nicht möglich, die Fläche zu stricheln und damit als Sperrfläche zu kennzeichnen?" Weiße Farbreste hier und da lassen darauf schließen, dass die Fläche offenbar ohnehin schon einmal gestrichelt war. Das bestätigt der Vermieter des Geländes, Günter Thomsen. "Früher habe ich den Platz als Sperrfläche gekennzeichnet, allerdings standen trotzdem immer Autos da, deshalb habe ich die Markierung irgendwann nicht mehr erneuert." Vielleicht seien allerdings Blumenkübel als Hindernisse möglich. Margitta Braun vom Geschäft "Blumenträume" gleich neben der Apotheke findet die Idee sehr gut, würde auch Kübel aufstellen. "Allerdings ist die Fläche ursprünglich auch für Krankenwagen gedacht, denn wir haben hier ja Ärzte im Haus."