Alter

"Hauptsache, man hat immer eine Aufgabe"

Geesthacht (gb). Sie ist die älteste Besenhorsterin: Hildegard Prill feiert heute ihren 90. Geburtstag. "Mutter ist fit wie ein Turnschuh", schmunzelt ihre jüngere Tochter Gunda Zimmermann (57).

Mit Recht: Hildegard Prill ist trotz ihres hohen Alters jung geblieben, steht aktiv im Leben und genießt jeden Tag in ihrem gepflegten Haus am Schäferskamp. Zwei Töchter, fünf Enkel- und zwei Urenkelkinder hat die Seniorin.

Auf die Frage, was man tun muss, um im Alter so fit und mental so jung zu bleiben, antwortet Hildegard Prill ohne nachzudenken: "Ganz einfach: Immer aktiv sein. Jeden Tag Aufgaben haben, die es zu bewältigen gilt. Es können auch Kleinigkeiten sein. Hauptsache, man hat immer ein Ziel vor Augen."

Hildegard Prill wurde am 14. Juni 1922 in Besenhorst im Haus von Bauer Lütten geboren. "Besenhorst war schon immer überschaubar, ein paar Bauernhäuser und Felder", sagt jene Frau, die ihr ganzes Leben in dem heutigen Geesthachter Ortsteil und unmittelbarer Nähe verbracht hat. Ihr 1960 erbautes Haus am Schäferskamp liegt in Luftlinie nur 250 Meter von der "Besenhorst-Grenze" entfernt. Nach dem Besuch der Volksschule - "der Unterricht war damals noch auf mehrere Häuser verteilt" - absolvierte Hildegard Prill 1936/37 das Landjahr, somit einen Einstieg in die Landwirtschaft. "Das war am Heuweg in Düneberg, also fast wie zu Hause in Besenhorst", schmunzelt sie.

Nach dem Krieg heiratete sie den Westpreußen Georg Prill, arbeitete bis 1966 mit ihrem Mann in der Landwirtschaft. Auch danach konnte Hildegard Prill nicht ruhig bleiben, arbeitete weiter, von 1974 bis 1987 beim Spar-Markt an der Geesthachter Straße (heute Penny), nahm zwischendurch andere kleine Jobs an, um aktiv zu bleiben. "Besenhorst hat sich in den letzten Jahren durch die Bebauung stark verändert. Aber es ist trotzdem, wie es immer war - einfach schön", sagt die älteste Besenhorsterin.