Baustelle Schleuse

Er hat den höchsten Arbeitsplatz der Stadt

Geesthacht (ks). "Die Aussicht toppt so schnell keiner", grinst Olaf Vagts verschmitzt und tritt auf den Ausleger des Kranes, wo die Drahtseile aufgetrommelt werden.

Rund 60 Meter unter ihm liegt die Baustelle der Elbschleuse Geesthacht; dort werden zurzeit die Schleusentore gewechselt. Olaf Vagts, 47 Jahre alt, ist Kranführer und arbeitet seit ein paar Jahren auf der Baustelle. Manchmal in luftiger Höhe mit einem unverbaubaren Ausblick über die Elbe, die Schleuse, Geesthacht und das nahe Marschland Niedersachsens. Dann muss er nicht nur Material heben, sondern auch die Drahtseile fetten oder den Drehkranz schmieren. Aber meistens arbeitet er vom Boden aus, mit einer Fernbedienung. Das geht einfach schneller als das Erklimmen des Kranes der Firma August Prien, die seit 2007 an der Erneuerung der Hubtore der Doppelschleuse mitarbeitet. Die vier Schleusentore, jedes zwischen 150 und 200 Tonnen schwer, werden nacheinander ausgetauscht. Und dafür braucht man Kräne. Vagts freut sich jedes Mal, wenn er oben arbeiten kann; er kann von dort besser sehen; nicht nur das nahe Düneberg, sondern vor allem die Baustelle. "Und man ist einfach unabhängiger bei der Arbeit, es kann einem niemand über die Schulter schauen - bei der Höhe!"