Betreuungsgebühren

Eltern sollen schon wieder mehr für die Kita zahlen

Geesthacht (knm). Die Gebühren, die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder in städtischen Kindergärten zahlen müssen, sorgen immer wieder für Ärger.

Erst im November 2011 hatte die Geesthachter Ratsversammlung eine Anhebung der Betreuungsgebühren um zehn Prozent beschlossen, obwohl die letzte Anhebung um 12,5 Prozent gerade mal ein Jahr her war. Eltern zahlen entsprechend für einen Ganztagsplatz im städtischen Kindergarten (8,5 Stunden) derzeit 180 Euro im Monat. Vor eineinhalb Jahren waren es noch 160, und ab August sind es 196 Euro.

Doch kaum haben Eltern die neue Regelung geschluckt, wird erneut über Mehrkosten nachgedacht. Eigentlich sollte das bereits im vergangenen Sozialausschuss im April Thema sein. "Schon Mitte März wurde den Fraktionen eine Ankündigung über eine etwa zehnprozentige Erhöhung der Gebühren zugeleitet, mit der Maßgabe, sie im nächsten Sozialausschuss zu diskutieren und zu beschließen", kritisiert Egon Bargisen (Linke). Dieses Thema habe den großen Parteien wohl vor der Wahl nicht ins Konzept gepasst, meint Bargisen, der auch kritisiert, dass durch veränderte Betreuungszeiten bei gleichbleibenden Gebühren Eltern ohnehin schon versteckte Preiserhöhungen verkraften mussten.

Dieses Ärgernis hatte sowohl im Sozialausschuss als auch in der Ratsversammlung Petra Madaus angesprochen, die selbst Mutter und von den Gebührenerhöhungen betroffen ist. Sie wollte von den Politikern wissen, warum die Regelbetreuungszeit von 8 bis 17 Uhr in den Ganztags- und Hortgruppen in der Kita Regenbogen um eine halbe Stunde verkürzt wurde. Auch, ob und welche qualitative Verbesserungen es im Zuge von Gebührenerhöhungen gibt, fragte sie. Die Antwort der Stadt dazu steht noch aus. "Wir arbeiten daran und werden uns am Freitag in der Ratsversammlung dazu äußern", so Torben Heuer, Pressesprecher der Stadt Geesthacht.

Sven Minge, Geesthachts CDU-Chef findet die Kritik vonseiten der Linken ungerechtfertigt. "Es besteht in Sachen Gebührenerhöhung noch einmal Beratungsbedarf", sagt Minge. Eventuell könne auf eine Erhöhung verzichtet werden, da der städtische Haushalt aufgrund höherer Steuereinahmen besser aussehe als erwartet. Außerdem will die Helmholtz-Gesellschaft der Stadt ihre Belegplätze im Betriebskindergarten "Einsteinchen" abkaufen. Das würde gegebenenfalls etwa weitere 70 000 Euro im Jahr in die Stadtkasse spülen. Doch der CDU-Politiker gibt zu bedenken, dass die Kita-Betreuungsgebühren in Geesthacht im Vergleich zu anderen Gemeinden niedrig seien.

Bei Schwarzenbeker Familien kostet eine Ganztagsbetreuung für Drei- bis Sechsjährige (neun Stunden) 261 Euro. In Reinbek zahlen Eltern gegenwärtig bis zu 262 Euro pro Monat für eine sechsstündige Betreuung ihres Nachwuchses in der Kita (Elementarbereich, einschließlich Essengeld). In Hamburg sind es bis zu 307 Euro.