Interview

Dr. Detlev Repenning: "Wir müssen neue Wege gehen"

Geesthacht. Er ist ständig im In- und Ausland unterwegs, getrieben von neuen Ideen und um für seine Sache zu werben.

Dr. Detlev Repenning, der Gründer der Akku-Fabrik "ECC Repenning", hat unserem Mitarbeiter Timo Jann verraten, welche Chancen er durch seine Hightech-Akkus für die Energieversorgung der Zukunft sieht.

Herr Repenning, welches sind Ihrer Einschätzung nach die Herausforderungen der Zukunft für eine sichere Stromversorgung?

Repenning: Was wir künftig dringend brauchen, ist eine dezentrale Versorgung mit einer dezentralen Speicherung. Man könnte beispielsweise auf Dächern von großen Wohnblocks Fotovoltaikanlagen installieren und im Keller mit unseren Akkus einen Speicher schaffen, um den gewonnenen Strom vor Ort zu speichern. Bei Bedarf wäre er dann direkt abrufbar. Wer den Strom erzeugt, könnte ihn auch nutzen.

Setzen Sie in Ihrem Unternehmen bereits selbst auf dieses System?

Ja. Wir haben auf dem Dach unseres Neubaus eine Fotovoltaikanlage mit 540 Kilowatt Leistung installiert. Damit decken wir im Sommer bis zu 80 Prozent unseres eigenen Strombedarfs. Und natürlich können wir auch Strom speichern.

Wer könnte alles von dieser dezentralen Lösung profitieren?

Ich sehe da in erster Linie eine Lösung für die Lastspitzen, die das Leitungsnetz überfordern. Wir brauchen bei allen Lösungen einen Netzausbau, aber mit einer dezentralen Lösung könnte dieser Ausbauaufwand in der ganzen Bundesrepublik deutlich reduziert werden. Und dann könnten vielleicht sogar örtliche Energieversorger wie die Stadtwerke Geesthacht GmbH die Speicher ihrer Kunden nutzen, um dort bei freien Kapazitäten überschüssigen Strom zu puffern, etwa, wenn viel Wind weht und viel Strom da ist. Man muss für diese Entwicklung aber neue Wege gehen.