DSL-Projekt

Bald schneller auf der Datenautobahn

Dassendorf. Im Mai rollen in Dassendorf, Hohenhorn und Kröppelshagen die Bagger an - um den Bürgern Glasfaserleitungen für schnelles Internet in Straßen und Gärten zu legen.

Dann wird mit dem Produkt "RIO.tainment" der Stadtwerke Geesthacht GmbH in den drei Orten das schnellste in Deutschland verfügbare System laufen. Mit einer Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde können die Kunden durch das Internet surfen, über die moderne Leitung telefonieren und ihr Fernsehprogramm empfangen.

"Eine frohe Kunde macht die Runde", begrüßte Markus Prang, der Geschäftsführer der Geesthachter Stadtwerke, am Freitag die Gäste, um über das Vorhaben zu berichten. Am 17. April hatte der Aufsichtsrat des Energieversorgers grünes Licht für das Projekt gegeben, das im ersten Schritt Investitionen von 4,5 Millionen Euro auslöst. Als Bedingung für den Baustart war eine Quote von 50 Prozent der Hausanschlüsse in allen drei Orten nötig. Prang: "Diese Quote haben wir verfehlt, allerdings so knapp, dass wir uns entschlossen haben, doch loszulegen. Wir gehen davon aus, dass weitere Anschlüsse folgen werden."

Während jedoch die Hausbesitzer, die sich bis 30. März für einen DSL-Anschluss bei den Stadtwerken entschlossen hatten, diesen nun kostenlos von der Straße ins Haus gelegt bekommen, müssen jene, die bis zum Beginn der Bauarbeiten nachziehen, 290 Euro dafür zahlen. Dazu kommen monatliche Gebühren von 54 oder 59 Euro bei zwei Jahren Laufzeit.

"Das Tempo, in dem wir hier vorangekommen sind, sucht seinesgleichen", schwärmt Prang. Hintergrund: Im August 2011 hatte es erste Gespräche der Stadtwerke mit den Gemeinden gegeben. Im November war man sich einig, das Projekt ernsthaft zu prüfen. Und jetzt gibt es bereits mehr als 800 Verträge. Der Leitungsbau ist ausgeschrieben und an drei Spezialfirmen vergeben. Nun geht es an die tiefbauliche Fachplanung, Mitte Mai sollen die Arbeiten beginnen. "Wir werden unser Geschäft damit durch ein neues Feld erweitern, so Prang. Und es gibt bereits weitere Gemeinden, unter anderem Hamwarde und Brunstorf, die diesen Standortvorteil des schnellen Internets auch für sich wollen.

Profitieren soll in einem ersten Schritt auch das Gewerbegebiet an der Mercatorstraße, das an der Datenleitung, die zwischen Geesthacht und Hohenhorn geschaffen werden muss, liegt. "Ich denke, wir werden dann punktuell auch in der Stadt 'RIO.tainment' anbieten, etwa im Bereich Finkenweg und Zöllnersweg, wo demnächst ohnehin Hausanschlüsse saniert werden müssen. In solchen Fällen bietet sich das einfach an", erklärt Prang.

"Frühere Versuche, DSL zu bekommen, waren ja gescheitert. Aber jetzt freuen wir uns über das Angebot der Stadtwerke, und unsere Bürger wissen den tollen Service zu schätzen", sagt Dassendorfs Bürgermeisterin Martina Falkenberg (SPD). Und ihr Kröppelshagener Kollege Volker Merkel (CDU) zeigt sich noch immer erstaunt, wie schnell das Projekt klar gemacht wurde. "Das sind wir in der Kommunalpolitik sonst ja nicht gewohnt", sagte er am Freitag. Allein Kröppelshagen hätte bei einem zeitlich eher unsicheren DSL-Vorhaben des Landes 80 000 Euro Eigenanteil aufbringen müssen. Jetzt kostet es die Gemeinden keinen Cent, die Zukunftstechnologie für ihre Einwohner in die Orte zu holen.

Die Stadtwerke arbeiten bereits an einem Angebot für Gewerbekunden, denn bisher werden nur Häuser angebunden. "Ich gehe davon aus, dass dann auch das Interesse an den Gewerbegrundstücken steigt", sagt Martina Falkenberg. Prang berichtete, er habe schon Anfragen von Firmen, die sich ansiedeln würden - wenn es DSL gibt.

"Dieses Tempo sind wir in der Kommunalpolitik sonst ja nicht gewohnt." Kröppelshagens Bürgermeister Volker Merkel zum schnellen Fortschritt beim DSL-Projekt