Kassensturz

Stadt kommt weiter ohne Schulden aus

Geesthacht (ger). Die Stadt Geesthacht muss sparen. Unter anderem Stadtbücherei, Frauennachttaxi und Vereine müssen seit zwei Jahren mit deutlich weniger Geld auskommen - und ihr Angebot einschränken.

Doch der strikte Sparkurs zeigt Erfolge: "Wir haben das Jahr 2011 mit einer schwarzen Null abgeschlossen", sagte Kämmerer Peter Wolke im Hauptausschuss. "Unterm Strich haben wir 122 000 Euro mehr eingenommen als ausgegeben." Und auch für das laufende Jahr hatte der Mann der Finanzen positive Nachrichten: Da die Einnahmen bei den Gewerbesteuern steigen und auch die Einkommensteuer der Stadt mehr Geld als gedacht in die Kassen spült, wird die Stadt am Jahresende vermutlich erneut ohne Schulden auskommen. "Wenn wir nicht noch unerwartete Belastungen bekommen, hätten wir Ende 2012 sieben Millionen Euro in der Kasse. Damit wären wir erneut mit einem blauen Auge davongekommen", so Wolke. In Hochrechnungen war er davon ausgegangen, dass die Rücklage zum Jahresende verbraucht ist.

Auch den unerwartet hohen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst kann die Stadt damit ausgleichen. So wird die Erhöhung der Bezüge um 3,5 Prozent für die 368 Beschäftigten der Stadt zusätzliche Ausgaben von rund 250 000 Euro bringen.

Sorge bereitet Personalchefin Johanna Schröder vielmehr ein anderes Sparinstrument: So sind derzeit 23 Stellen von einer Wiederbesetzungssperre betroffen - laut Beschluss der Ratsversammlung dürfen sie erst nach einem halben Jahr Wartezeit neu besetzt werden. "Dadurch haben wir Einspareffekte erzielt, aber in vielen Bereichen wurde durch die fehlenden Stellen die Belastbarkeit der Mitarbeiter überschritten", so Schröder. Die Politik will die Wiederbesetzungssperre jetzt noch einmal diskutieren.