St. Barbara

Hier bröckelt ein Stück Stadtgeschichte

Geesthacht. Putz und Ziegel bröckeln, Risse ziehen sich durch das Mauerwerk und die Feuchtigkeit sitzt tief im Stein - die Kirchenmauer der katholischen St.-Barbara-Kirche zwischen Geesthachter Straße und Waldstraße hat schon bessere Zeiten gesehen.

Doch das ist lange her. Pfarrer Peter Andreas Otto fürchtet, dass sie es nicht mehr allzu lange macht, eher früher als später zusammenbrechen wird. "Wenn wir nicht bald was tun, dann zerfällt sie wohl irgendwann", sagt er und hofft auf Hilfe.

Seine Gemeinde möchte das Mauerwerk retten. Schließlich trägt die Kirchenmauer auch ein massives Stück Stadtgeschichte in sich. "Sie wurde wohl 1910 mit der ersten St.-Barbara-Kirche errichtet", erzählt Pfarrer Otto. 1977 wurde die inzwischen baufällig gewordene Kirche dann weitestgehend abgerissen und durch einen neuen Bau ersetzt, der bis heute steht. Nur die Kirchenmauer von damals blieb stehen - und wurde zusehends baufälliger.

"Als ich vor drei Jahren kam, hatten wir erst mal dringendere Baustellen. So mussten wir uns darum kümmern, unsere Krippenplätze zu erweitern. Jetzt ist die Kirchenmauer dran", sagt Otto, während er einen heruntergefallenen Ziegel aufhebt. Es ist nicht der einzige, der abgebrochen am Boden liegt. Die Gemeinde will die Ziegel auf der Mauer so schnell wie möglich erneuern, so dass kein Regenwasser mehr von oben in das Gemäuer laufen kann. "Das müsste im Sommer geschehen, damit die Mauer danach gut durchtrocknen kann und wir sie dann verputzen und streichen können", sagt Peter Andreas Otto. 6000 bis 7000 Euro muss die Gemeinde dafür in die Hand nehmen. "Bei der Sanierung möchten wir viel in Eigenleistung machen. Aber bevor wir loslegen können, müssen wir erst mal das Geld zusammensammeln", so Otto. In Kirchenkollekten tut das die Gemeinde bereits. Doch das reicht nicht. "Wenn sich noch weitere Helfer finden würden, die Geld spenden wollen, wäre das natürlich gut", so Otto. Er geht das Projekt Kirchenmauer aber mit Ruhe an. "Gut wäre es natürlich, wenn wir schon dieses Jahr sanieren. Aber wenn es erst nächstes Jahr wird, ist das auch kein Beinbruch." So lange wird die alte Mauer wohl gerade eben noch durchhalten.