Ehrenamtliche

Sie sorgen für mehr Zusammenhalt

Geesthacht. "Wie geht man auf ältere Menschen zu?", fragte ein Teilnehmer, der bei Behördengängen helfen möchte. Und eine Frau erzählte, dass sie nach dem Tod ihres Mannes etwas für andere tun und neue Kontakte finden möchte.

So vielfältig wie die Beweggründe der Menschen im Projekt "Zusammenhalt" sind auch die Fähigkeiten, die sie einbringen. Allen gemeinsam ist der Wunsch, ehrenamtlich zu arbeiten. Viele von ihnen tun es schon, ihnen fehlt aber der Austausch und die Möglichkeit zur Fortbildung.

Das Diakonische Werk Herzogtum Lauenburg will Abhilfe schaffen. 2011 hat es sich mit seinem kreisweiten Projekt "Zusammenhalt" erfolgreich um Mittel aus der ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" beworben. Die Finanzierung für drei Jahre ist gesichert, Projektkoordinatorin ist Katrin Ackermann. "Wir wollen etwas gegen die zunehmende Isolation alter Menschen und die Kälte in unserer Gesellschaft tun", sagt Heiko Steiner, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, das dabei mit den Kirchengemeinden vor Ort zusammenarbeitet. Ehrenamtliche sollen sich vernetzen, nicht nur, um sich gegenseitig zu unterstützen, sondern auch, um gemeinsam Ideen umzusetzen. Etwa 20 Teilnehmer sind zurzeit dabei, 13 von ihnen kamen am Donnerstag zur ersten Fortbildung im Gemeindezentrum am Neuen Krug zusammen.

Viele von ihnen haben das Berufsleben schon hinter sich. Wie der Geesthachter Karl Eichberger, der einen Förderverein für die Freiwillige Feuerwehr gegründet hat. Schon jetzt hilft er Nachbarn bei Behördenbriefen und beim Prüfen von schwierigen Rechnungen - das will er jetzt im Projekt "Zusammenhalt" anbieten. Die Escheburgerin Birte Schmidt möchte ihr Können als gelernte Hauswirtschaftsleiterin nutzen: Alle 14 Tage will sie mit Senioren im Gemeindezentrum gemeinsam kochen und essen (donnerstags 10 bis 13 Uhr, Kostenbeitrag vier Euro). Elke Hinrichsen bietet dazu sogar einen Fahrdienst an.

Gerald Marth aus Schwarzenbek ist der "PC-Doktor". Er ist sich sicher, dass viele Senioren erfolgreich die Angst vor dem Computer verlieren, wenn sie erst einmal dessen Möglichkeiten kennenlernen - zum Beispiel per Internet mit den Enkeln kommunizieren.

Wer beim Kochen dabei sein oder die Hilfe der Ehrenamtlichen in Anspruch nehmen möchte, kann sich bei Katrin Ackermann melden. Telefon: (0 45 41) 88 93 35 oder (01 76) 79 55 75 61. Auch neue Ehrenamtliche sind willkommen.