Düneberg

Kein neuer Einzelhandel im Gewerbegebiet

Geesthacht (tja). Im Düneberger Gewerbegebiet soll kein neuer Einzelhandel mehr zugelassen werden. Darauf haben sich die Mitglieder des Fachausschusses für Planung und Umwelt geeinigt und diese Beschränkung im Begleittext zum Bebauungsplan (B-Plan) IX/5 entsprechend festgehalten.

Bisher hätten Interessenten wegen Formfehlern im B-Plan eine Baugenehmigung einklagen können.

"Ziel dieser Änderung soll die Reglementierung des Einzelhandels in Geesthacht sein", sagt Stadtplanerin Iris Stellwag. Es solle keine Verdrängung von Industrie und Handwerk geben. "Wir wollen eine Stärkung der Innenstadt und keinen weiteren Einzug von Einzelhandel auf Gewerbeflächen", sagt die Mitarbeiterin des Planungsamtes der Stadtverwaltung. Dafür wurde eigens das im Jahr 2004 erstellte Einzelhandelsgutachten um neue Untersuchungen ergänzt. Der Fachberater Dr. Ernst-Ludwig Nell, Anwalt aus Lüneburg, hatte die Stadt bei der Änderung des B-Plans rechtlich beraten.

1994 wurde der Bebauungsplan aufgestellt. Über den Einzelhandel stand damals für das Gebiet zwischen Düneberger Straße und Heuweg sowie Schleusenkanal und Pankower Straße nichts darin. 2001 wurden von Politik und Verwaltung erste Maßnahmen getroffen, um den Einzelhandel einzuschränken.

Dem Discounter Lidl und dem Supermarkt Famila ist es dennoch gelungen, Neu- und Anbauten zu realisieren. Lidl kaufte den früheren Gartenmarkt an der Spandauer Straße, Ecke Düneberger Straße, auf - und konnte ein Geschäft errichten. Famila hat der Bäckerei Zimmer deren Einzelhandelsfläche neben der Backstube abgekauft, um das eigene vorhandene Geschäft 500 Meter entfernt um dieses Maß erweitern zu können. Künftig gilt nur noch ein Bestandsschutz für vorhandene Einzelhandelsflächen, unter anderem einen Getränkemarkt an der Charlottenburger Straße, das Futterhaus an der Spandauer Straße und ein aktuell leer stehendes Verkaufsgebäude an der Düneberger Straße. "Auch ein Werksverkauf produzierender Unternehmen in dem Gebiet bleibt erlaubt", erklärt Stadtplanerin Stellwag.

Zuletzt wurde abseits der Innenstadt der Expert-Elektrofachmarkt genehmigt, weil ein Gutachten ergeben hatte, dass dieses Sortiment in der Innenstadt nicht in vergleichbarer Weise angeboten werden könnte.

Der Ausbreitung von Spielhallen, Wettbüros und ähnlichen Einrichtungen will die Stadt im Geltungsbereich des B-Plans einen Riegel durch eine entsprechende Sperre für solche Betriebe vorschieben. In dem Zusammenhang bezeichnete SPD-Fraktionschef Samuel-Walter Bauer die neue XXL-Spielhalle an der Düneberger Straße als "Katastrophe". Unter einem Dach wurden dort vier eigenständige Spielhallen in einem Neubau gebündelt.