Stadtlexikon

Ein Stadtgedächtnis zum Mitmachen

Geesthacht. Von "Alt wie ein Baum" bis "Ziehl, August" reichen die Einträge. Wer es genauer wissen will, erfährt allerhand über die großen Eichen und Robinien an der St.-Salvatoris-Kirche.

Oder dass August Ziehl in den 30er-Jahren kurzzeitig stellvertretender Bürgermeister von Geesthacht war, damals "Klein-Moskau" genannt und dass er wegen seiner Mitgliedschaft in der KPD und der Sozialistischen Arbeiterpartei mehrere Jahre im KZ inhaftiert war. Das Geesthachter Stadtlexikon wächst. 125 Einträge gibt es bisher in dem Internet-Verzeichnis - und es sollen noch viel mehr werden.

"Bis zur 800-Jahr-Feier 2016 soll es sozusagen ein Mini-Wikipedia für Geesthacht werden", sagt Wolf-Rüdiger Busch, Leiter des Museums Krügersches Haus und mit Stadtarchivar Dr. William Boehart und Helmut Knust vom Heimatbund und Geschichtsverein Initiator des Stadtlexikons. Und jeder, der etwas zu typischen Geesthachter Begriffen, Namen, Gebäuden, Ereignissen, Anekdoten, Statistiken und Menschen beitragen kann, ist aufgerufen, beim "digitalen Stadtgedächtnis" mitzumachen.

Auf der Homepage www.geesthacht.de steht das Lexikon ganz oben. Wer einen neuen Artikel erstellen möchte, kann sich anmelden. Auch Korrekturen oder Diskussionsbeiträge sind willkommen. "Alle Texte werden von uns noch einmal gelesen und eventuell redigiert, bevor sie im Internet erscheinen, auch aus rechtlichen Gründen", so Wolf-Rüdiger Busch. Der Autor bleibt jedoch verantwortlich für seinen Beitrag. Und: Er kann genannt werden, muss es aber nicht.

Zurzeit wird das Buch "Spurensuche. Auf Entdeckungsreise in und um Geesthacht", an dem auch unser Redakteur Kai Gerullis mitschrieb, Kapitel für Kapitel ins Stadtlexikon eingearbeitet. Busch und Helmut Knust sorgen für die Texte, Torben Heuer von der Stadtverwaltung für die digitale Aufbereitung. "Das ist viel Arbeit, aber wenn sie abgeschlossen ist, wird das Stadtlexikon schon mehr als 200 Einträge haben", so Busch.

Er wünscht sich, dass das Verzeichnis noch bekannter wird - unter anderem bei Lehrern und Schülern. Für Referate oder direkt im Unterricht könnte dann zum Geesthachter Wappen oder zur Bevölkerungsstatistik recherchiert werden. Nicht nur Historisches, sondern auch die Gegenwart ist dabei interessant - und die Zukunft. Wolf-Rüdiger Busch: "Zum Beispiel könnte man zum Stichwort 'Hafencity' über das Projekt berichten und die Pläne zeigen." Erst mit über 1000 Einträgen dürfte das Stadtlexikon so umfangreich sein, vermutet er, dass es sich tatsächlich als Nachschlagewerk für Geesthacht einen Namen macht. Vielleicht klappt es ja bis zum Stadtjubiläum 2016. Aber schließlich wird Geesthacht dann schon acht Jahrhunderte alt, da kommt es auf ein paar Jahre mehr nicht an.