Hungersnot und Bürgerkrieg

Geesthachter wollen Mali helfen

Geesthacht. "Nichts ist so, wie es war", sagt Dr. Dirk Steglich. Der Vorsitzende des Vereins Partnerschaft Afrika und seine Mitstreiter machen sich große Sorgen um die Menschen in Mali, jenem Land, in dem die Geesthachter seit Jahren Projekte unterstützen.

Die Regenzeit ist in dem südlich der Sahara liegenden Land ausgefallen, eine Hungersnot ist die Folge. Gleichzeitig traten in Mali politische Unruhen auf. "Der im Norden lebende Volksstamm der Tuareg, überwiegend Söldner, ist an riesige Waffenbestände aus Libyen geraten und versucht, sich gewaltsam von Mali abzukoppeln. Wir haben von unseren Direktpartnern im Lande Informationen, wonach die Rebellen bestialisch morden", berichtet Steglich. Tausende Menschen seien auf der Flucht nach Mauretanien und in die Niger-Region.

Der Hunger bringt weitere Gewalt mit sich: Anfang Februar haben Unbekannte in der Nähe der Hauptstadt Bamako Häuser und Geschäfte von Tuareg-Familien geplündert und angezündet. Die Tuareg-Angehörigen haben panische Angst, Racheakten zum Opfer zu fallen. Dirk Steglich: "Die gesamte Bevölkerung von Mali ist in Angst und Panik. Für Menschen, deren hellere Hautfarbe auch nur den geringsten Verdacht erweckt, dass sie Ausländer sind, besteht höchste Lebensgefahr." Das Auswärtige Amt berichtet von bewaffneten Überfällen, Geiselnahmen und Entführungen, rät derzeit ausdrücklich davon ab, nach Mali zu reisen.

Für den Geesthachter Verein, der den Menschen in Mali mit Windkraft-Anlagen, Wasserpumpen, Bewässerungssystemen half und Schulen mit Lehrmaterial ausstattete, eine schwierige Situation. "Wir müssen komplett umdenken und überlegen, wie wir jetzt Unterstützung leisten können", sagt Steglich. Dabei gilt es, die guten Kontakte zu nutzen, die der Verein über Jahre aufgebaut hat.

So will sich Partnerschaft Afrika an einer Rettungsaktion beteiligen, um möglichst schnell Hunger zu lindern. Steglich: "Mit unseren Spenden können wir, dank unserer Kontaktpersonen in Mali, unverzüglich und direkt 500 Menschen vor dem Hungertod bewahren." Ein detaillierter Hilfsplan sieht die Versorgung von 500 Personen mit Grundnahrung und Saatgut über einen Zeitraum von zwei Monaten vor - mit 750 Gramm pro Person und Tag sowie Reis für insgesamt 65 Familien. Für das bereits angelaufene Projekt - der Verein hat bereits die erste Zahlung geleistet - werden insgesamt 13 331 Euro benötigt. Dirk Steglich: "Auf den ersten Blick eine hohe Summe. Doch von 27 Euro kann ein Mensch in Mali volle zwei Monate versorgt werden. Wir haben in Mali schon so viel Gutes mit Hilfe der Geesthachter tun können. Lasst uns das jetzt, angesichts der akuten Not, umso mehr tun", appelliert Dirk Steglich, der auf große Resonanz hofft.

Geldspenden für die Hilfsaktion können unter dem Stichwort "Soforthilfe Mali" an Partnerschaft Afrika, Konto 622300143 bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank (Bankleitzahl: 20030000) überwiesen werden. Helfer erhalten auf Wunsch Spendenbescheinigungen. Informationen über den Verein und sein Engagement in Mali gibt es im Internet unter www.partnerschaft-afrika.de .