Atommüll

Fässer beschäftigen den Landtag

Geesthacht (knm). "Der gemeine Bürger wird für dumm verkauft." "Ich bin fassungslos, ich bin entsetzt." "Kriminal-Tango in der Kaverne. Rostige Fässer und keine Sicht." - Das sind nur einige Reaktionen unserer Online-Leser auf die Nachricht, dass nicht nur in Brunsbüttel, sondern auch unter dem Atomkraftwerk Krümmel Fässer mit gefährlicher Strahlung lagern. Und mit 1100 sogar 500 mehr als in Brunsbüttel.

Vor allem die mangelhafte Kommunikation der Energieriesen lässt das Vertrauen schwinden.

Auch Olaf Schulze (SPD), Mitglied des Landtags, kritisiert die Informationspolitik von Vattenfall. "Jedes Mal, wenn wieder etwas passierte, versprachen die Verantwortlichen ihre Informationspolitik zu verbessern, doch nichts ist geschehen. Seit dem Trafo-Brand in Krümmel habe ich das Versprechen bestimmt sechs Mal gehört", sagt Schulze. "Ich gehe davon aus, dass die Landesregierung an der Sache dran bleibt und alles aufklärt." Am Freitag werden die Fässer Thema im Landtag sein.

Einen engeren Austausch zwischen Atomaufsicht und Vattenfall erwartet der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Matthießen. "Tatsache ist, dass die Existenz eines Bereichs, der so strahlend ist, dass ihn niemand betreten darf, nicht gerade zur Vertrauensbildung beiträgt." Matthießen sieht in dem Ärger rund um die korrodierenden Fässer aber ein gesamtgesellschaftliches Problem: "Die Endlagerfrage ist noch nicht geklärt. Das ist ein unangenehmes Thema, aber wir müssen uns dem stellen", sagt Matthießen. Deshalb findet er es richtig, dass Gorleben ergebnisoffen erkundet wird. Der CDU-Politiker meint: "Alles, was mit Kernenergie zu tun hat, wird schnell skandalisiert." Möglicherweise ein Grund für die mangelhafte Kommunikation der Energiekonzerne. "Aber Sicherheit ist oberstes Gebot."

51 Fragen und Antworten hat die Atomaufsicht Schleswig-Holstein zu den korrodierenden Fässern veröffentlicht, etwa wie viele Fässer bereits umgelagert sind oder ob eine Kamerainspektion in den Kavernen durchgeführt werden soll. Zu Krümmel heißt es: "Im Kernkraftwerk Krümmel sind bei Umfüllvorgängen in den vergangen Jahren umfangreiche Überprüfungen von eingelagerten Fässern durchgeführt worden. Dabei wurden keine Fässer auffällig."

http://www.schleswig-holstein.de/MJGI/DE/MJGI_node.html

"Ich gehe davon aus, dass die Landesregierung an der Sache dran bleibt und alles aufklärt." Olaf Schulze SPD, MdL