Lokalspitze

Mehr Männer an den Schrubber!

Ich habe ein neues Hobby: Handball. Nein, ich spiele nicht selbst. Dafür ist das alles doch etwas zu schnell. Zugucken ist angesagt! Eine Freundin schleppte mich neulich mit zum Champions-League-Spiel HSV gegen Cimos Koper.

Mitzugehen war erst ein Freundschaftsdienst. Doch am Ende saß ich singend, klatschend und fluchend auf meinem blauen Klappstuhl, sprang bei jedem Tor auf, schimpfte über den Schiedsrichter und überlegte mir, welcher Spieler mir am besten gefällt - rein nach den handballerischen Fähigkeiten beurteilt natürlich.

Schließlich schwankte ich zwischen Igor Vori, Bertrand Gille und Hans Lindberg. Bei jeder Zwei-Minuten-Zeitstrafe grölte ich mit, wenn Freddy Quinns Hit: "Junge, komm bald wieder" aus den Lautsprechern dröhnte. Flog ein gegnerischer Spieler vom Platz, hieß es "In Hamburg sagt man Tschüs".

Einfach herrlich - bis das erste Mal eine Auszeit kam. Da passiert nämlich Unerwartetes auf dem Feld: Plötzlich schossen zwei Mädels aus den Ecken des Spielfeldes, kurze Hose, lange Haare und ein Schrubber in der Hand. Ihre Aufgabe: den Schweiß von Gille, Lindberg und Co. möglichst gründlich vom Hallenboden zu putzen. Ich schaute in die anderen Ecken, auch da hockten Mädchen mit Schrubbern.

"Na typisch", sagte ich zu meiner Freundin, und sank im Sitz zurück. "Das ist ja wie immer im Leben. Die Männer machen einen auf dicke Hose und die Frauen dürfen den Dreck wegputzen." Meine Freundin lachte. "Nun sei mal nicht so, du alte Emanze. In der gesamten Bundesliga gibt es im Prinzip nur Wischermädels." Ich schmunzelte und nahm mir fest vor, demnächst auf der Facebook-Seite des HSV ein Kommentar zu schreiben: "Mehr Männer in den Schrubberdienst - ein Plädoyer für Wischerjungs!"

Ihre Hanni Hachede