Gedenken

"Hör mol 'n beten to!" - Trauer um Platt-Autor Günter Harte

Börnsen (ger). Seine Geschichten handeln vom Alltag im Norden, von den kleinen Dingen, die am Rande passieren - und sie waren stets liebevoll op Platt verfasst.

Jahrzehnte lang lag Günter Harte das Niederdeutsche am Herzen. Am Sonnabend ist der bekannte Autor im Alter von 86 Jahren in Börnsen verstorben, wo er seit den 80er-Jahren eine Heimat gefunden hatte. Bekannt wurde der gebürtige Hamburger, der von 1964 bis 1981 die Bergedorfer Brinkschule leitete, vor allem als Autor und Sprecher der NDR-Sendung "Hör mol 'n beten to!" und der seit 1977 erschienenen Plattdeutsch-Kolumne "Lütt beten Platt mit'n Abendblatt". Bis 2008 veröffentlichte Harte 1550 plattdeutsche Kolumnen im "Hamburger Abendblatt". Zudem schrieb der Germanist 24 Bücher und ein plattdeutsches Wörterbuch.

Bis zuletzt setzte er sich für das Niederdeutsche ein. "Günter Harte hat erheblich die Plattdeutsch-AG an der Börnsener Schule unterstützt. Durch seine Hilfe schafften die Schüler 2005 den vierten Platz beim Plattdeutsch-Wettbewerb auf Landesebene", sagt Ingrid Stenske-Wiechmann, die Plattdeutschbeauftragte des Amtes Hohe Elbgeest. "Günter Harte hatte einen großen Einfluss auf das Niederdeutsche." Bei ihrem Plattdüütschen Klönschnack, der monatlich in der Börnsener Waldschule startet, wird Stenske-Wiechmann auch künftig oft an Harte denken. "Wir werden viel von ihm lesen. Seine Kurzgeschichten sind etwas Besonderes."

Günter Harte wird am Freitag, 16. März, um 15.30 Uhr auf dem Friedhof in Reinbek, Klosterbergenstraße, beigesetzt.