Heizungsausfälle

Annington gelobt Besserung

Geesthacht. Es war kein leichter Job, den die Vertreter der Deutschen Annington am Dienstagabend im Sozialausschuss erledigen mussten. Wiebke Seebach, Thomas-Rolf Hermes und Jürgen Frech stellten sich persönlich den Fragen von Geesthachts Politikern und einem guten Dutzend zum Teil aufgebrachter Anwohner.

Vor allem die Heizungsausfälle während der eisigen Wintertage hatten einige Anwohner an den Rand der Verzweiflung getrieben. Immer wieder wurde auch die überaus dürftige Erreichbarkeit von Geesthachts größtem Vermieter mit 2000 Wohnungen im Stadtgebiet kritisiert.

So meldete sich zum Beispiel Verona Schulte zu Wort, die seit 23 Jahren am Schlesier-Weg lebt: "Ich hatte eine kalte Wohnung bei Minusgraden", sagte sie. "Und ich kann doch nicht von der Arbeit aus ihre kostenpflichtige Hotline anrufen. Die gehört abgeschafft." FDP-Politikerin Inge Born-Nauss pflichtete ihr bei: "Eine kostenpflichtige Hotline ist unerhört." Auch Ilhami Karatas, der am Klaus-Groth-Weg lebt, kritisierte die Informationspolitik scharf: "Wir frieren übers Wochenende und keiner ist erreichbar", sagte er. "Und wenn ich mit jemandem spreche, habe ich das Gefühl, gegen eine Wand zu reden." Es sei doch nicht so, dass man kein Verständnis habe, wenn mal etwas kaputt gehe. "Aber es muss doch wenigstens einen Aushang geben." Reni Gräber aus einem Mietshaus an der Beethovenstraße wies außerdem auf Probleme mit überfüllten Müllhäuschen und einem verdreckten Vorgärten hin, die auch andere Anwohner kennen: "Bei uns habe ich schon Ratten gesehen", sagte Verona Schulte. Weitere Mieter beklagten außerdem Schimmel in ihren Wohnungen.

Rede und Antwort stand vor allem Thomas-Rolf Hermes, der seit September als Regionalleiter der Annington tätig ist: "Wir haben in der Tat mit dem kalten Winter gekämpft, und wirklich viele Leute mit den Problemen hier vor Ort betraut. Ein Monteur hat sogar drei Tage in einer Heizungsanlage geschlafen, um sicherzustellen, dass sie läuft", sagte er. Ein Heizkesselhaus am Klaus-Groth-Weg sei für 120 000 Euro erneuert worden. Doch das wollten viele als Entschuldigung noch nicht gelten lassen. "Ich weiß, dass es jedes Jahr wieder in diversen Wohnungen Ausfälle gibt", sagte etwa die Gleichstellungsbeauftragte Jutta Scharnberg-Sarbach: "Sie haben doch als Vermieter eine Wartungspflicht." Elke Heyden-Dahlhaus (Grüne) ergänzte: "Und als sie den Bestand von der Vorgängergesellschaft BIG übernommen haben, kannten sie den Sanierungsstau." Thomas-Rolf Hermes bestritt nicht, dass es mit den Heizungen im Winter Probleme gebe, aber er versprach eine Verbesserung der Informationspolitik: "Wir wollen ab April dienstags und donnerstags eine Mietersprechstunde vor Ort einrichten." Außerdem sei man auf der Suche nach einem fünften Objektbetreuer für Geesthacht und wolle vor Ort künftig eigene Handwerker vorhalten. In einem Pilotprojekt werde zudem gerade die Zusammenarbeit mit einer Firma vor Ort getestet, die dreimal pro Woche die Müllplätze reinigt. Für den noch relativ neuen Mitarbeiter gab es in der Tat sogar Lob von den Anwohnern. So beschied ihm Ilhami Karatas: "Herr Hermes, Sie sind der einzige, der mal was bewegt." Viele Anwohner hatten bereits persönlich mit dem Regionalleiter Kontakt. Jetzt wollen sie in den nächsten Wochen ihre Erwartungen und die Versprechen der Annington aber auch bestätigt wissen.