Betreiberwechsel

Abschied vom Hochseilgarten

Geesthacht. Der Hochseilgarten bekommt einen neuen Betreiber. Björn van Daelen hört mit 69 Jahren aus Altersgründen auf. Nachfolger wird Sascha Franck. Der 38-Jährige betreibt bereits den Hochseilgarten in Lütjensee und möchte sein Angebot erweitern.

Für den Kletterpark an der Elbuferstraße plant Franck viele Neuerungen. "Es wird ein pädagogischer Hochseilgarten", sagt er und erklärt: "Das bedeutet, dass die Betreuung der Kletterer sehr individuell ist." So würden zum Beispiel Menschen mit Höhenangst viel intensiver betreut. "Da geben wir Tipps beim Klettern und kümmern uns darum, dass der Betreffende seine Angst vergesen kann." Auch für Kinder soll es etwas Neues geben. "Jedes Kind, das unseren Parcours gemeistert hat, bekommt eine kleine Auszeichnung", verspricht Franck.

Vor Eröffnung am 31. März wird an vielen Stellen umgebaut. "Von den 100 Teilstrecken wollen wir 35 erneuern", sagt Franck. Einige Strecken werden tiefer, andere höher gehängt. Zudem sollen neue Attraktionen entstehen. So sollen die Kletterer in der neuen Saison im Schlitten und sogar in einer Art Rakete am Drahtseil von Baum zu Baum gelangen. Ein Kinder- und Jugendparcours in etwa drei Meter Höhe soll Kinder, aber auch Erwachsene, die das erste Mal klettern, an die Bewegung in der Höhe gewöhnen. An einem 1,5 Meter hohen Motorikparcours können Kletterer die Koordination zwischen den Seilen, Reifen und Brettern trainieren.

Wieviel genau er für die Übernahme des Hochseilgartens bezahlt, verrät Franck nicht, nur soviel: "Nach den Umbauarbeiten haben wir da in etwa ein gutes Einfamilienhaus reingesteckt." Mit den Umbauarbeiten wollen er und sein zehnköpfiges Team bis Ende des Monats fertig sein. Auch Björn van Daelen packt noch einmal mit an, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. 2003 hatte er den Hochseilgarten an der Elbuferstraße eröffnet. Tut es ihm nicht weh, sein Werk abzugeben? "Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber jetzt ist Feierabend. Ich hab noch viele andere Dinge, die ich machen will", sagt der 69-Jährige. So will er sich zum Beispiel seinem Hobby, dem Amateurfunken, widmen.

2003 hatte van Daelen mit der Anlage an der Elbuferstraße den ersten Kletterpark in der Region eröffnet. Heute konkurrieren hier sechs Hochseilgärten um die Hobbykletterer. "Es ist schwieriger geworden. Aber wenn man sich nicht drauf konzentriert, anderen Parks die Kunden abzuwerben, sondern darauf, ein gutes Angebot zu liefern, dann klappt es", sagt Franck. Diese Erfahrung hat er in Lütjensee gemacht. Den Hochseilgarten dort baute der Juliusburger 2008 mit auf, nachdem er bei der Firma Fette mit vielen anderen entlassen worden war. "Feuer fürs Klettern habe ich hier im Hochseilgarten Geesthacht gefangen", erinnert sich Franck. "Und welcher Erwachsene träumt nicht davon, sich einen großen Spielplatz zu bauen?" Was 2008 noch eine Marktlücke war, sah 2009 schon anders aus: "Da sind, wegen der vielen Konkurrenz, die Umsätze in allen Kletterparks extrem eingebrochen."

Trotzdem hat Francke es geschafft, sich am Markt zu halten und sein Angebot nun sogar zu erweitern. Am Sonnabend, 31. März, empfangen er und sein Team ab 10 Uhr alle Kletterfans. "Man kann bei uns jeden Tag, außer montags, bis Sonnenuntergang klettern", sagt Franck.

Erwachsene zahlen 18 Euro, Kinder bis zehn Jahren 12 Euro, darüber 14 Euro. Familientageskarte: 50 Euro. Kontakt: (01 52) 2 78 91 47.

"Wer träumt nicht davon, sich einen großen Spielplatz zu bauen?" Sascha Franck, Hochseilgarten-Betreiber