Awo Mittagstisch

Besser als "Dinner for one"

Geesthacht. "Dinner for one" - der englische Sketch mit Schauspieler Freddie Frinton flimmert alle Jahre wieder in der Silvesternacht über die deutschen Fernsehbildschirme. Das hat Tradition und ist einfach herrlich komisch. Doch alleine zu essen, ist in der Realität meist nicht so lustig.

Nur eine Portion zu kochen, ist umständlich. Und schnell wird es am Tisch ganz schön einsam. Das dachten sich auch Helga Heinze, Anke Lammel und Rainer Schmid. Deshalb haben sie das Awo-Mittagsangebot "Gemeinsam schmeckt's besser" ins Leben gerufen.

Von sofort an wird jeden Freitag im Awo Seniorenclub am Keil gemeinsam gekocht. Zur Premiere in der vergangenen Woche gab es Rucola-Salat mit Weintrauben und Nüssen, Wirsingeintopf mit Cabanossi und Quarkspeise. "Das ist ein gutes Essen, da muss viel geschnippelt werden, da können viele Leute mithelfen", sagt Anke Lammel, die den Mittagstisch zusammen mit Helga Heinze organisiert. Die beiden sind bereits vom Mittagstisch im Oberstadttreff bekannt. "Als sie mit ihrer Idee an mich herantraten, fand ich sie gleich Klasse", sagt Rainer Schmid, der das Awo-Servicebüro an der Königsberger Straße leitet.

"Wir wollen dafür sorgen, Menschen aus ihrer Häuslichkeit herauszuholen. Sie sollen Nachbarn kennenlernen und ihre Sorgen nicht nur dem Tagesschausprecher oder dem Kanarienvogel erzählen."

Zum Reden ist nun jeden Freitag Gelegenheit. Ab 10 Uhr kann man Am Keil 11 bei den Mittagsvorbereitungen helfen und ab 12 Uhr wird gemeinsam gegessen. Danach wird aufgeräumt. Einen festen Preis für das Essen gibt es nicht. "Wir stellen ein Sparschwein auf und jeder tut rein, was er kann", sagt Rainer Schmid. Nur um Anmeldung einen Tag vorher wird gebeten, Tel. (0 41 52) 83 55 09 oder (0 41 52) 7 93 61. Die ehrenamtlichen Hobby-Köchinnen Heinze und Lammel müssen ja wissen, wie viel sie einkaufen sollen. Auch Essenswünsche werden berücksichtigt.

"Es wird immer wichtiger, ein Stück Familiengefühl auch in andere Institutionen zu transportieren. Menschen sollen hier Geborgenheit und Ansprechpartner finden", sagt Schmidt, der aber ausdrücklich betont, dass das Angebot für jeden, nicht nur für ältere Menschen, offen ist. Auch eine Awo-Mitgliedschaft sei nicht erforderlich. Wer also keine Lust mehr hat, allein vorm Teller zu sitzen, kommt am Keil vorbei und startet gesellig ins Wochenende. Denn, sind wir mal ehrlich: Auch Miss Sophie im "Dinner for one" isst nicht gern allein. Nicht umsonst muss ihr Butler James für vier imaginäre Gäste mittrinken. Cheerio!