Leserbrief: Alles peanuts

"Geesthacht - Hafencity? Haben wir auch bald"

Betr.: "Bald rollen die Bagger", Geesthacht-Seite vom 5. 3. 2012

Endlich wissen auch die staunenden Geesthachter Bürger, wie kraftvolle Politik gemacht wird: Wenn die dummen Wähler lästig werden, müssen sie eben zu ihrem Glück gezwungen werden. Basta. Schließlich wollen wir endlich aus Hamburgs Schatten treten. Hafencity? Haben wir auch bald. Elbphilharmonie? Na ja, aber immerhin eine beleuchtete Treppe mit einem exklusiven Handlauf. Kosten? Peanuts - im Vergleich. Ein Politiker, der dahin gehend Zweifel anmeldet, wird abgebürstet. Argument: Das müsste doch inzwischen der letzte Depp wissen - spätestens aufgrund der Elbphilharmonie -, dass die Differenz zwischen geplanten und realen Kosten gottgegeben ist. Im Wesentlichen kann man die Affäre "Elbstraße" zunächst auf zwei Fragen und Antworten reduzieren. Erstens: Sind die Maßnahmen unabdingbar? Antwort: Nein. Zweitens: Welchen Nutzen bringen sie? Antwort: Keinen, eher im Gegenteil. Natürlich ergeben sich daraus neue Fragen: Müssen Ämter und Kommunalpolitiker keine Kosten-Nutzen-Analysen durchführen? Antwort: Offenbar nicht. Viertens: Warum treffen sie solche Entscheidungen? Hier kann die Antwort nur spekulativ ausfallen: Entweder sind sie viel weitsichtiger als die dummen und teilweise egoistischen Wahlbürger und haben das Große und Ganze im Blick, oder sie sind großmannssüchtig und haben noch immer nicht verstanden, wessen Interessen sie vertreten und was "Fördermittel" sind. Für mich hat das alles jedoch einen positiven Aspekt: Ich weiß jetzt, wie ich mich bei der nächsten Kommunal- und Bürgermeisterwahl entscheiden werde.

Gerd Kipcke 21502, Geesthacht

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