Traditionslokal

Gasthof geht in Flammen auf

Geesthacht/Marschacht (tja). Vom Elbufer in Geesthacht aus sahen es die Spaziergänger gestern Morgen zuerst: Gespenstisch düster stiegen jenseits der Elbe über Stunden dichte Rauchschwaden auf. Das Traditionslokal "Gasthof Ahrens" an der Elbuferstraße in Marschacht stand in Flammen.

Gegen 7 Uhr hatten Mieter, die über dem Lokal wohnen, Brandgeruch bemerkt und Rauch entdeckt. Sofort brachten sie sich in Sicherheit und informierten die Feuerwehr. Wenig später waren etwa 170 Feuerwehrleute aus fünf Wehren im Einsatz. Mit 13 Strahlrohren, unter anderem von zwei Drehleitern aus, bekämpften sie die Flammen. "Das Feuer ist vermutlich im Bereich des rückwärtigen Saals ausgebrochen und dann unter dem Dach durch das gesamte Gebäude gelaufen", sagte Lutz Wreide, Sprecher der Elbmarsch-Wehren.

Retten konnten die Feuerwehrleute trotz des Großeinsatzes nicht mehr viel. Das Gebäude dürfte als Totalschaden gelten. Schaden: Mehr als 500 000 Euro. Erbaut hatte das Traditionslokal vor 101 Jahren Albert Röhrhop, der Großvater der heutigen Wirte. Bis auf wenige Umbauten ist das ursprüngliche Gebäude so erhalten geblieben. Doch der Saal mit Platz für bis zu 250 Gäste, die Kegelbahn, die Gaststube und das Hotel machten den Feuerwehrleuten zu schaffen. Wreide: "Das Objekt ist sehr verwinkelt, da war es für uns schwer, an die Flammen zu gelangen." Das Lokal war auch für Feiern von Geesthachtern eine beliebte Adresse.

Anwohner versorgten die Feuerwehrleute während des stundenlangen Einsatzes mit warmen Getränken. Die Elbuferstraße, die als eine der wichtigsten Routen zwischen den Elbbrücken in Geesthacht und Lauenburg gilt, musste aufgrund des Einsatzes voll gesperrt werden.

Trotz der Nähe forderte die Einsatzleitung aus der Elbmarsch keine Feuerwehrleute aus Geesthacht zur Unterstützung an. Stattdessen wurden Drehleitern ganz aus Winsen und Lüneburg nach Marschacht beordert.