Äthiopien-Ausstellung

Über Stelzenläufer und Lippenteller

Geesthacht (knm). Ein großer Holzteller prangt in ihrer Unterlippe. Fremd und sogar ein bisschen beängstigend ist der Anblick für unsereins. Doch für das äthiopische Volk der Mursi ist der Lippenteller - obwohl mittlerweile verboten - ein Schönheitsideal.

Aber in Äthiopien gibt es viel mehr zu entdecken als die modischen Accessoires anderer Kulturen. Die Bergedorfer Hobby-Fotografin Birgit Schuppe hat das Land am Horn von Afrika sechs Wochen lang bereist und ihre Eindrücke in atmosphärischen Bildern festgehalten. Eine Auswahl ist bis zum 31. März in der Stadtbücherei an der Rathausstraße 58 zu sehen (Öffnungszeiten: Mo., Fr. 10-16; Di., Do. 10-19 und Sa. 10-13 Uhr).

"1996 habe ich meine erste Fernreise gemacht, bin allein durch Thailand getourt und habe dort das Fotografieren für mich entdeckt", erzählt Schuppe, die als Verkehrsplanerin in Bergedorf arbeitet. Auf dieser Reise habe sie einen Fotografen kennengelernt: "Der hat zu mir gesagt: 'So wie du fotografierst, braucht du eine ordentliche Kamera'. Er hat mir viel erklärt", sagt Schuppe. Die 58-Jährige war bereits auf der ganzen Welt unterwegs. Einen besonderen Eindruck hat zum Beispiel die Atacamawüste in Südamerika hinterlassen. "Mir gefällt die karge Landschaft viel mehr als das Grüne." Bei einigen ihrer Reisen ist sie auch schon auf Widerstand gestoßen, sobald sie ihre Kamera zückte. So haben die Beduinenfrauen im Jemen das Objektiv auch aus der Ferne erspäht und mit Steinen geworfen. Nicht so in Äthiopien. "Die friedliche Atmosphäre zum Beispiel am Neujahrsfest, wo Tausende zu den unterirdischen Felsenkirchen strömen, hat mich sehr beeindruckt." Aber auch die fröhlichen, bunten Märkte der unterschiedlichen Volksgruppen seien ein Erlebnis gewesen. - Alles zu sehen in der Treppenhausgalerie der Bücherei.