Försterei

Im Wald ist jetzt Erntezeit

Geesthacht. Minusgrade, kein Niederschlag - genau das richtige Wetter für Wolfgang Kruckow (58). "Der Boden ist noch gefroren, unsere schweren Maschinen versinken also nicht im Morast", erklärt der Revierförster von Grünhof. Schon früh sind Kruckow und seine beiden Forstwirte Florian Palmen (36) und Peter Wenk (61) an diesem Tag auf den Beinen, um Bäume zu fällen.

Es ist Haupterntezeit in Kruckows Revier, das sich über 1450 Hektar von Geesthacht bis hinter Büchen und über einige Waldgebiete bei Bröthen, Juliusburg und Umgebung erstreckt. "Jetzt ist das Laub von den Bäumen und sie können geschlagen werden", erklärt Kruckow. Während Nadelhölzer das ganze Jahr über gefällt werden, ist für Laubbäume zwischen November und März Saison.

Das gilt auch für die Buche, die Florian Palmen gerade mit der Motorsäge bearbeitet. Erst schneidet der Forstwirt die Äste am Stamm ab, dann kommen die Wurzeln dran, schließlich sägt er eine Kerbe in den Stamm. "Aaaaaaachtung", ruft er und gibt dem Stamm einen kräftigen Schubs und mit einem gewaltigen Rauschen kippt der 28 Meter lange Baum in den Wald hinein, nicht ohne rechts und links noch Äste der umstehenden Bäume mitzunehmen. "Fällarbeiten sind gefährlich", sagt Kruckow mit Blick auf das Szenario und erzählt von Spaziergängern, die die Absperrbänder der Forstwirte ignorieren und in die Zone laufen, in der gerade gefällt wird. "Wenn ein Baum kippt, kann er einen anderen mitreißen und hat dann eine Reichweite von bis zu 60 Metern", sagt der Förster.

Derweil ist Florian Palmen damit beschäftigt, den Stamm der gefällten Buche in fünf Meter lange Stücke zu schneiden. "Die werden größtenteils zu Industrieholz, also zu Spanplatten, verarbeitet", sagt Kruckow. Die Krone gibt er für sogenannte Selbstwerber frei, also für jene, die sich ihr Brennholz selbst im Wald besorgen.

Wolfgang Kruckow ist zufrieden mit der Holzernte 2011, die in etwa mit 2010 vergleichbar ist. "Wir haben im vergangenen Jahr etwa 6000 Kubikmeter Bäume eingeschlagen, etwa 60 Prozent davon waren Laubbäume", sagt Kruckow. Circa 300 000 Euro hat seine Försterei 2011 durch den Holzverkauf eingenommen. Pro Kubikmeter Furnierholz, ein gleichmäßig gewachsenes Eicheholz, bekommt die Försterei 1000 bis 1200 Euro. "Wir bieten unser Holz zum Beispiel auf Versteigerungen an", erzählt Kruckow.

Die Einnahmen aus dem Holz sind wichtig für Kruckow, denn die Försterei muss auch ihre Mitarbeiter und den Ankauf neuer Waldgrundstücke von dem erwirtschafteten Geld bezahlen. Kruckow: "Etwas verdienen wir noch durch den Verkauf von Schmuckreisig und Wild, aber nicht wirklich viel." Noch bis Ende März sind er und seine Mitarbeiter damit beschäftigt, Bäume zu fällen und mit Spezialmaschinen aus dem Wald zu ziehen. Dann ist die Fällsaison für die Laubbäume vorbei und Eiche, Erle und Esche sprießen wieder und erfreuen Spaziergänger durch ihr Grün.