Johanniter-Krankenhaus

Er geht Menschen an die Nerven

Geesthacht. Patienten, die an Bandscheibe und Schädel operiert werden müssen, können dafür ab sofort in Geesthacht bleiben. Sie müssen nicht mehr zwingend verlegt werden. Denn mit Dr. Ahmad Hasan hat das Johanniter-Krankenhaus einen erfahrenen Neurochirurg an den Runden Berg geholt.

Der 45-Jährige war zuvor leitender Oberarzt in der Neurochirurgie des Bundeswehrkrankenhauses in Hamburg.

"Ich bin hierher gekommen, weil ich es sehr reizvoll finde, den Bereich der Neurochirurgie ganz neu zu begründen", sagt der 45-Jährige. Im November ist er gestartet, seither hat der Arzt bereits 20 Operationen durchgeführt, Tumore, Blutungen und Bandscheibenvorfälle behandelt. Doch zu operieren sei nur die eine Seite. Auch die Nachbehandlung und ambulante Therapien, wie die CT-gesteuerte Infiltration etwa bei Bandscheibenvorfällen, seien Teil seiner Arbeit. Deshalb hat der Mediziner auch eine Praxis an der Bogenstraße 7, wo er Patienten empfängt, alles mit ihnen bespricht. Behandelt wird im Krankenhaus nebenan.

Mit 19 Jahren kam Ahmad Hasan nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Sein Hintergrund ist multikulturell: "Meine Eltern sind Syrer, aber ich wurde in Tripolis in Libyen geboren", erzählt Dr. Hasan. Aufgewachsen ist er allerdings in Kuwait, wo seine Eltern Arbeit fanden. Hier machte er auch Abitur und begann von einem Medizinstudium in Deutschland zu träumen. "'Made in Germany' zählt viel im arabischen Raum", weiß Hasan. "Außerdem hatte ich einen Onkel, der als Neurochirurg in Österreich arbeitete und den ich sehr bewunderte." Zielstrebig verfolgte Ahmad Hasan seinen Traum, lernte 1988 ein halbes Jahr Deutsch in Heidelberg und begann im Anschluss sein Studium in München, wo er auch promovierte. Als Arzt machte er 1996 zuerst an der Uni-Klinik Kiel Station, schloss dann eine sechsjährige Facharzt-Ausbildung zum Neurochirurg in Kassel an. Nach einem Zwischenstopp in Heide, ging er nach Hamburg und jetzt nach Geesthacht.

Dr. Ahmad Hasan wohnt in Braak und ist Vater von drei Töchtern. Er ist ein ruhiger, geduldiger Mensch. Das sei sehr wichtig in seinem Job. "Die Arbeit eines Neurochirurgen fordert die Feinmotorik. Man muss kreativ, fast bastlerisch veranlagt sein", sagt Hasan. Schließlich gelte es immer neue Lösungen zu finden, wie man das Gehirn eines Menschen operiert, ohne ihm zu schaden. Der Arzt freut sich über die neue Aufgabe in Geesthacht: "Ich hoffe, hier eine gute, fundierte Neurochirurgie zu etablieren."