Einsatz

Feuerwehrleute im Dauerstress

Geesthacht. Die freiwilligen Feuerwehrleute in Geesthacht kommen zurzeit kaum zur Ruhe: Gestern Morgen absolvierten sie den neunten Einsatz in neun Tagen. In einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Borgfelder Stieg stand die Küche in Flammen.

"Nachbarn hatten einen piependen Rauchmelder gehört und waren dann auf eine Rauchentwicklung aufmerksam geworden", erklärte Thomas Marbes, Zugführer der Feuerwehr. Über den Notruf 112 informierten die Anwohner sofort die Feuerwehr, die nach dem Alarm gegen 9.20 Uhr schnell vor Ort war.

"Ein Trupp, der sich durch Atemschutzgeräte gegen den Rauch schützte, ist sofort in die brennende Wohnung gegangen und hat dort in der Küche die Löscharbeiten aufgenommen", sagt Marbes. Die Bewohner der zehn Wohneinheiten des Hauses hatten sich bereits selbst in Sicherheit gebracht. In der betroffenen Wohnung war niemand zu Hause, als das Feuer ausbrach. Marbes: "Dieser Fall zeigt mal wieder, dass die Rauchmelder wirklich sinnvoll sind." Der Ton der ausgelösten Rauchmelder warnte nicht nur die Bewohner, sondern machte diese auch früh auf den Brand aufmerksam. So konnte die Feuerwehr den Brand auf die Küche begrenzen, allerdings wurde die gesamte Wohnung durch die starke Rauchentwicklung zerstört. Schaden: etwa 30 000 Euro. Die genaue Ursache für das Feuer steht noch nicht fest, allerdings standen in dem Bereich der Küche, in dem der Brand ausgebrochen war, elektrische Geräte wie Toaster und Kaffeemaschine. Möglicherweise hat ein Defekt das Feuer ausgelöst.

In den vergangenen Tagen waren Geesthachts Feuerwehrleute nahezu ununterbrochen gefordert, um Brände zu löschen oder Hilfe zu leisten. Am Sonnabend mussten sie ausrücken, um für den Rettungsdienst an der Mühlenstraße eine Wohnungstür zu öffnen, am Freitag stand (wir berichteten) eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Heuweg lichterloh in Flammen. Am Donnerstagabend wurde ein Einsatz nötig, weil in Besenhorst ein Pferd in einem Wassergraben versunken war, und am Mittwoch musste ebenfalls für den Rettungsdienst eine Tür geöffnet werden, damit ein Patient versorgt werden konnte. Am Tag zuvor wurde ein Pkw-Brand am Marksweg gemeldet.

Über Stunden zogen sich drei Einsätze am 30. Januar hin: Erst musste am Zöllnersweg ein 30 Zentimeter hoch unter Wasser stehender Keller ausgepumpt werden, dann musste am Barmbeker Ring angebranntes Essen von einem Herd geholt werden, und zum Schluss sorgte ein Schwelbrand in einem Haus am Helga-Weiße-Weg für Alarm.

"Das ist ja fast wie bei der Berufsfeuerwehr", sagte ein Retter im Einsatz.