Überraschung

Kreis-DRK: Schatzmeister tritt von Amt zurück

Geesthacht (tja). Jetzt hört beim Kreisverband des Deutschen-Roten-Kreuz (DRK) auch noch der Mann mit dem professionellen Blick für die Finanzen auf: Udo Schlünsen ist nicht mehr Schatzmeister des DRK-Kreisverbands, der durch einen Finanzskandal erschüttert wurde.

Schlünsen, der Vorstand der Kreissparkasse ist, wurde erst im Frühjahr 2011 von den Mitgliedern ins Amt gewählt. Kurz darauf waren die Vorwürfe gegen das DRK, die sich auf frühere Jahre beziehen, öffentlich geworden. "Ich habe mein Amt niedergelegt, da dies eine deutlich höhere zeitliche Belastung beanspruchte, als ursprünglich abzusehen war. Diesen Aufwand konnte ich wegen meines fordernden Hauptberufes nicht weiter erbringen", so Schlünsen auf Nachfrage unserer Zeitung.

Damit steht das DRK im Kreis mit seinen 7500 Mitgliedern überraschend ohne ein für die Finanzen verantwortliches Vorstandsmitglied da. Gegen den Vorstand hatte der Kreis als Auftraggeber für den Rettungsdienst im Lauenburgischen nach einem im September 2011 bekannt gewordenen Betrugsverdacht Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Vom DRK und vom Kreis wurden bisher Betrügereien um gefälschte Rechnungen und mehrere Fehlbuchungen sowie "Probleme in der Organisation der Buchhaltung" eingeräumt.

Am 23. Februar wird der Innenausschuss des Kreistags das Thema der Abrechnungen und Buchführung beim DRK erneut beraten. Dann soll für den Kreistag, der im März tagt, eine Entscheidung getroffen werden, ob der Kreis das DRK weiterhin mit der Wahrnehmung des Rettungsdienstes betraut - oder ob nach 56 Jahren ein neuer Anbieter gesucht werden soll. Das DRK hatte dem Kreis eigens ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, um die Missstände aufklären zu können, ohne unter Zeitdruck eine Entscheidung treffen zu müssen.

Für heute hat der Kreisverband der Hilfsorganisation zu einem Runden Tisch eingeladen, um über das Thema zu sprechen. Allerdings haben viele der direkt eingeladenen Teilnehmer abgesagt. "Wir sehen zum jetzigen Zeitpunkt keinen Gesprächsbedarf", sagte Karsten Steffen, der Sprecher von Landrat Gerd Krämer, der eigentlich dabei sein sollte. Und die Krankenkassen wollen laut Steffen wegen der Haltung der Verwaltung auch nicht teilnehmen. Auch CDU-Fraktionschef Norbert Brackmann, der auch Vorsitzender des Innenausschusses ist, hat wichtigere Termine und die Gesprächsrunde beim DRK abgesagt.