Erste Hilfe

Könnten Sie im Notfall noch helfen?

Geesthacht. Druckverband, stabile Seitenlage, Herz-Druck-Massage: Zumindest jeder Autofahrer sollte diese Grundzüge der Ersten Hilfe beherrschen - doch viele haben sich mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen genauso lange nicht mehr beschäftigt wie mit den Theoriefragebögen der Führerscheinprüfung.

"Doch gerade beim steigenden Verkehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man irgendwann einmal als erster an einer Unfallstelle ist und helfen muss", sagt Florian Lange, seit Jahresbeginn neuer Ausbildungsleiter beim Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Geesthacht. Aus Erfahrung weiß der Sanitäter, dass viele Ersthelfer nicht sicher sind, wie sie helfen sollen. "Damit man weiß, wie man sich dann richtig verhält, kann ich nur empfehlen, alle zwei Jahre das Wissen aufzufrischen", sagt der Ausbildungsleiter.

Ein regelmäßiger Besuch der lebensrettenden Sofortmaßnahmen oder des kompletten Erste-Hilfe-Kurses sei auch deshalb wichtig, weil sich das vermittelte Wissen in den vergangenen Jahren stark verändert hat. "Neuerdings ist es Pflicht, die Teilnehmer in der Handhabung eines Defibrillators zu schulen", sagt Lange. Die Geräte, die nach einem Herzstillstand mit Stromstößen Leben retten können, gehören mittlerweile zur Ausstattung von Behörden, Flughäfen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Nur wie sie funktionieren, weiß im Notfall kaum jemand. Aber auch die stabile Seitenlage und die Herz-Druck-Massage haben sich nach neuesten Erkenntnissen verändert. "Es ist leichter geworden, zu helfen", sagt Lange. "Bei der stabilen Seitenlage wird der Verletzte heute nur noch wie im Schlaf auf die Seite gedreht", weiß der Fachmann. "Wichtig ist, dass die Helfer sich sicher fühlen und sich trauen einzugreifen. Falsch machen kann man eigentlich nichts - es sei denn, man tut gar nichts", so der 26-Jährige, der im Kreis einen Schulsanitätsdienst aufbaut. Künftig bildet er Ersthelfer in Geesthacht und Wentorf aus.

Erste-Hilfe-Kurse werden von allen Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz oder dem ASB regelmäßig angeboten. Der ASB vermittelt jeden Sonnabend von 9 bis 16 Uhr in den Räumen in Geesthacht die lebensrettenden Sofortmaßnahmen. An jedem ersten Wochenende im Monat läuft stattdessen der zweitätige Erste-Hilfe-Kursus. Die Teilnahme kostet 25 beziehungsweise 30 Euro. Informationen und Anmeldungen unter Tel. (0 41 52) 8 75 60.